Sachsen-Anhalt ist weithin bekannt für seine großartige Natur, aufregende Metropolen und ein reiches UNESCO-Welterbe. Wer das alles ausgiebig genossen hat und nun noch etwas Besonderes sucht, kein Problem. Warum nicht mal bei einem spektakulären Pendelsprung in die Tiefe sausen, einer stillen Stadtschönheit aufs Dach steigen oder im Schatten von eisernen Dinosauriern campen? Hier fünf echt besondere Urlaubserlebnisse.

Halle (Saale)

Die mit ihren 238.000 Einwohnern größte Stadt Sachsen-Anhalts liegt am Nordwestrand der Leipziger Tieflandsbucht. In der Stadt befindet sich mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eine der ältesten Universitäten Deutschlands.

Salzwedel

Die gut 23.000 Einwohner zählende Kreisstadt liegt im nordwestlichen Teil der Altmark an der Einmündung der Salzwedeler Dumme in die Jeetze. Sehenswert ist die Altstadt mit ihren zahlreichen Fachwerkhäusern.

Oberharz am Brocken

Die 10.000-Einwohner-Stadt im Harz ist seit 2015 ein staatlich anerkannter Erholungsort. In ihrer Nähe befindet sich auch die Hängeseilbrücke „Titan-RT“.

Ferropolis

Ferropolis ist ein Industriemuseum und Veranstaltungsort bei Gräfenhainichen auf einer Halbinsel in einem See, der ein ehemaliger Tagebau zur Gewinnung von Braunkohle war.

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Eine Burg-Tour in Halle (Saale) unternehmen

Bei Nacht sind Burg Giebichenstein und die davor liegende Brücke in Halle (Saale) geheimnisvoll illuminiert © David Köster
Bei Nacht sind Burg Giebichenstein und die davor liegende Brücke in Halle (Saale) geheimnisvoll illuminiert © David Köster

Bereits von weitem ist sie gut zu sehen: Rund 80 Meter über dem rechten Ufer der Saale thront Burg Giebichenstein im Norden der 240 000 Einwohner großen Stadt Halle. Nachts ist die Festung geheimnisvoll illuminiert, genau die richtige Atmosphäre für eine geführte Tour durch ihre Geschichte. Die Anlage wurde 961 erstmals urkundlich erwähnt und gilt damit als die älteste aller Saaleburgen. Lange diente sie den Magdeburger Erzbischöfen als Hauptresidenz, wurde später im Dreißigjährigen Krieg teilweise zerstört. Seit 1906 ist Burg Giebichenstein im Besitz der Stadt Halle und als großartiges Architektur-Freiluftmuseum für die Öffentlichkeit zugänglich, in der Unterburg residiert die Kunsthochschule Halle. Die alten Ringmauern, der Hof mit originaler mittelalterlicher Pflasterung und das Tonnengewölbe lassen sich besichtigen, und vom Torturm hat man einen tollen Ausblick über das Saaletal.

Für den besonderen Gruselfaktor während einer der abendlichen Burgtouren (im Winter ab 18, im Sommer ab 20.30 Uhr) sorgt die Legende von Ludwig dem Springer, Landgraf von Thüringen. Weil der den Pfalzgrafen Friedrich von Sachsen beim Ringen um dessen Gemahlin Adelheid getötet haben soll, wurde er in der Burg inhaftiert – und entkam der Hinrichtung in letzter Sekunde durch einen mutigen Sprung in die Saale. Die Tourgäste freilich dürfen den Burgberg bequem auf festen Wegen verlassen.

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Der Hansestadt Salzwedel aufs Dach steigen

Schöne Fachwerkhäuser und Backsteinbauten – das mittelalterliche Zentrum von Salzwedel in der Altmark
Schöne Fachwerkhäuser und Backsteinbauten – das mittelalterliche Zentrum von Salzwedel in der Altmark © Marco Körner - stock.adobe.com

Besser geht’s nicht: Wer sich bei der freundlichen Crew der Tourist-Information in der Neuperverstraße 29 der Hansestadt Salzwedel mit Tipps und Info-Broschüren versorgt hat, muss das Gebäude erstmal gar nicht verlassen. Direkt vom Büro mit dem weißen „i“ auf rotem Grund führen nämlich Stufen hoch zur Aussichtsplattform auf dem Rathausturm mit seiner markanten grünen Haube. Aus 25 Meter Höhe blickt man nun sozusagen mitten in die Seele der 23 500 Einwohner kleinen urbanen Schönheit in der Altmark im nordwestlichen Sachsen-Anhalt. An gewundene Kopfsteinpflastergassen reihen sich fein restaurierte Fachwerkhäuser und Backsteingebäude. In der über 900-jährigen Geschichte der Stadt, die im 14. Jahrhundert Teil der mächtigen Kaufmannsvereinigung Hanse wurde, entstanden imposante Bauwerke, darunter die Marien- und die Katharinenkirche und der opulente Bergfried samt Burggarten.

Unweit davon liegt das Geburtshaus von Salzwedels berühmter Tochter Jenny Marx (geborene von Westphalen, 1814–1881), die nach der Hochzeit mit ihrem Jugendfreund Karl Marx mit ihm durch Europa zog – thematische Führungen zeigen, dass die couragierte Salzwedelerin viel mehr war als „nur“ Ehefrau des weltberühmten Philosophen. Weltberühmt ist auch eine Salzwedeler Spezialität, der Baumkuchen. Schicht um Schicht wird sein Teig auf einer Walze vor offenem Feuer gebacken, weshalb seine Struktur den Jahresringen eines Baumstamms ähnelt – in diversen Bäckereien kann man sich von der aufwändigen Handarbeit überzeugen.

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Von der Hängeseilbrücke Titan-RT springen

Die Hängeseilbrücke Titan-RT samt GigaSwing und Zipline schwebt hoch über dem Rappbode-Stausee
Die Hängeseilbrücke Titan-RT samt GigaSwing und Zipline schwebt hoch über dem Rappbode-Stausee © Harzdrenalin GmbH

Wenn man bei Nebel in der Mitte der Hängeseilbrücke „Titan-RT“ im Harz innehält, kann es sein, dass sowohl ihr Anfang als auch das Ende im Dunst verschwinden. Mit insgesamt 483 Metern gehört sie nämlich zu den längsten Fußgängerhängebrücken der Welt, davon schweben 458,5 Meter zwischen zwei Stützpfeilern frei in der Luft. Die 2017 fertiggestellte Titan-RT spannt sich rund 80 Kilometer südwestlich von Magdeburg über das Tal des Flusses Rappbode, der hier von Deutschlands höchster Staumauer (maximal 106 Meter) in einen großen See verwandelt wird. Da der Laufsteg der Hängebrücke von einem 1,30 Meter hohen Geländer gesäumt und durch eine aufwändige Seilkonstruktion auch bei Wind stabilisiert wird, kann die ganze Familie gefahrlos hinüberspazieren, dank Beleuchtung sogar zur Dämmerstunde – so lässt sich, nur von Stahlseilen und Luft umgeben, der Blick hinunter ins Tal genießen, das immerhin stolze 100 Meter tiefer liegt.

Wesentlich mehr Mut muss aufbringen, wer sich bei guter physischer und psychischer Konstitution per „GigaSwing“ von hier aus über 75 Meter in die Tiefe stürzt (auch im Tandemflug). Der freie Fall bei Europas wohl spektakulärstem Pendelsprung wird durchs elastische Seil kurz über der Wasseroberfläche des Rappbode-Stausees gebremst, der Proband schwingt eine Weile hin und her und wird dann per Winde wieder zur Absprungplattform hochgezogen. Eine Mega-Zipline, Bootsverleih, Kiosk, Foodtrucks und Kinderspielplatz gibt es ebenfalls vor Ort – damit jeder sein ganz besonderes Urlaubserlebnis findet.

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Auf „Salzige Tour“ durch eine Entdeckerregion gehen

Salzgewinnung hat in der Magdeburger Börde eine große Geschichte
Salzgewinnung hat in der Magdeburger Börde eine große Geschichte © LianeM - stock.adobe.com

Schon mal den Kalimandscharo bestiegen? Als höchste Erhebung zwischen Magdeburg und Ostsee ragt er weiß glitzernd aus dem Grün der Colbitz-Letzlinger Heide empor. Der rund 200 Meter hohe Salzberg gehört zum Werk Zielitz der K+S Minerals and Agriculture GmbH, eines der größten Kaliwerke der Welt. Bei rund fünf Kilometer langen Bergtouren von zwei bis drei Stunden Dauer auf die Rückstandshalde unter fachkundiger Führung sind Steigungen von bis zu 16 Prozent zu meistern. Von oben ist dann mit Glück sogar der höchste Harzgipfel zu erspähen, der Brocken.

Der Kalimandscharo ist eine Station auf der „Salzigen Tour“, die sich gut 350 Kilometer weit durch die Entdeckerregion Magdeburg-Elbe-Börde-Heide schlängelt – dazu kommen noch jede Menge andere. Salz aus Sole hatte der Magdeburger Börde über Jahrhunderte Reichtum beschert, auch die Wiege der deutschen Soleheilbäder stand hier. Erst tief aus der Erde geförderte Salzkristalle machten das „Weiße Gold“ vom Luxusartikel zu einem für Jeden erschwinglichen Produkt. Die „Salzige Tour“ folgt den Spuren der Gewinnung des begehrten Artikels sowohl über als auch unter Tage, führt über zum Teil uralte Handels- und Salzstraßen, zu salzhaltigen Quellen, zu Deutschlands erstem Soleheilbad und zur Wiege des Kalibergbaus. Insgesamt sind rund drei Dutzend Stationen Partner dieses Themenwegs – also genug Zeit einplanen!

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Unter Baggern campen in Ferropolis, der „Stadt aus Eisen“

Alte Industriegiganten schauen zu – Camping in Ferropolis, der „Stadt aus Eisen“
Alte Industriegiganten schauen zu – Camping in Ferropolis, der „Stadt aus Eisen“ © Ferropolis GmbH

Es ist meist ruhig hier auf der Halbinsel am 5,4 km² großen Gremminer See, unweit der Lutherstadt Wittenberg gelegen. Man genießt einen tollen Blick auf das glitzernde Wasser, die grüne Natur ringsherum. Dabei haben die ständigen „Bewohner“ des Naturidylls hier einst einen ziemlichen Lärm gemacht: fünf riesige Eisenkolosse, in deren Schatten heute Reisemobile, Wohnwagen und Zelte stehen. Die wirken winzig im Vergleich zu den gigantischen Baggern der Baujahre 1941 bis 1984, Highlights des Freilichtmuseums Ferropolis, der „Stadt aus Eisen“. Unter Namen wie „Medusa“, „Big Wheel“ oder „Mosquito“ haben sie bis ins Jahr 2000 Braunkohle im Tagebaugebiet bei Gräfenhainichen gefördert. Nach Stilllegung wurde die Anlage geflutet, es entstanden die zauberhafte Seenlandschaft als Naherholungsgebiet, dazu das Open-air-Museum als Erinnerung an eine untergegangene Industrieepoche – und ein Campingplatz der besondern Art.

Viel Komfort wird den Campern nicht geboten, die Sanitäreinrichtungen sind simpel, werden auch vom Publikum von Events wie dem Metal-Festival „With Full Force“ auf dem Freiluftgelände benutzt. Wer will, kann die Industrierelikte auf Führungen näher besichtigen. Kleine Bagger warten im Schatten der Großen auf Kids, es gibt einen Crossgolf-Parcours und ein Schülerlabor, in dem die Umweltsünden der Vergangenheit vor Ort aufgearbeitet werden. Das Spezielle für Camper aber ist die einmalige, fast mystische Atmosphäre, auf manchen strahlen die stille Kolosse eine sagenhafte Ruhe aus. Und wenn dann abends die Sonne über der eisernen Skyline versinkt, erlebt man den wohl besondersten Moment des ganzen Urlaubs.

Titelbild: Im Freilichtmuseum Ferropolis könnt ihr im Schatten riesiger alter Industriebagger campen © Ferropolis GmbH

In Zusammenarbeit mit IMG - Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt

UNESCO-Welterbe, der Brocken im Harz und die Gartenträume und historischen Parks sind gute Gründe für deinen Urlaub in Sachsen-Anhalt. Noch mehr? Klar! Hier geht’s lang:

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