Bayerns Städte sind vielfältig, faszinierend und voller Überraschungen. Wir stellen euch die vier Größten vorund noch ein paar unbekanntere Perlen dazu

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München: Metropole und Dorf zugleich

Bayerns Hauptstadt hält viele Rekorde: Mit dem Englischen Garten hat sie einen der größten Parks der Welt, mit dem Deutschen Museum das größte Technikmuseum und mit dem FC Bayern einen der erfolgreichsten Fußballclubs. Im Herzen der Altstadt von München, gleich neben dem Marienplatz mit seinem gotischen Rathaus und dem berühmten Glockenspiel, liegt der Viktualienmarkt. Hier führen Theo Lindinger und Dominik Klier ihren Kartoffelstand „Caspar Plautz“, bei dem es die Knollen nicht nur in Säcken zu kaufen gibt, sondern auch als kreative Streetfood-Gerichte. Am Feierabend zieht es die beiden in den Biergarten - nicht in irgendeinen der geschätzten tausend Biergärten Münchens, sondern in den höchstgelegenen der Stadt: die Olympia Alm. Sie liegt auf 564 Metern Höhe auf dem Olympiaberg. „Von hier aus habt Ihr einen tollen Blick auf den Olympiasee und könnt dabei gemütlich ein Weißbier trinken und Würschtl essen“, schwärmen Theo und Dominik. Ursprünglich war die Alm ein Kiosk für Arbeiter, die 1972 die Gebäude für die Olympischen Spiele errichteten. Heute ist sie ein ruhiges und sonniges Plätzchen, das genau das hat, was München ausmacht: Gemütlichkeit, viel Grün – und das Gefühl, an einem der schönsten Orte der Welt zu sein.

Mehr über Theo, Dominik und Tipps für München gibt's hier.

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Nürnberg: Gartenkultur mitten in der Burgstadt

Frankens Hauptstadt hatte schon immer eine starke Anziehungskraft - was bis heute zu sehen ist: Im Mittelalter residierten die Kaiser des Heiligen Römischen Reichs auf der Burg. Der große Maler Albrecht Dürer lebte hier in einem Fachwerkhaus, reiche Patrizier und Kaufleute bauten sich prunkvolle Häuser und Gärten an der bis heute vollständig erhaltenen Stadtmauer. Hier grenzt südwestlich der Stadtteil Gostenhof an, ein ehemaliges Arbeiterviertel, das heute Szenetreffpunkt ist. Stefan Stretz hat einen großen Anteil daran: Er eröffnete dort das „Schanzenbräu“ –  eine Brauerei mit moderner Schankwirtschaft. Das Brauen innovativer Biere wie Rotbier und das persönliche Bewirten der geselligen Runden ist Stefans Leidenschaft. Er liebt seine Heimatstadt und kennt sich gut aus. Hier verrät er uns seine Lieblingsplätze in Nürnberg: Zur Entspannung steigt Stefan gerne zur Kaiserburg hinauf und genießt den Blick über die Stadt. „Das ist in jeder Beziehung eine riesiges Ding“, sagt er. Großartig findet er auch die im Barockstil angelegten Hesperidengärten mit ihren Brunnen und Statuen im westlich der Altstadt gelegenen Stadtteil St. Johannis. „Die kleinen Gärten liegen abseits des Trubels und sind wunderschön - richtige Lustgärten“, erzählt der Bierbrauer. Auch im Stadtteil Gostenhof ist er gerne unterwegs. Hier reihen sich kleine Designer- und Vintage-Läden, Handwerksbetriebe, Kaffeeröstereien und Galerien aneinander.

Mehr über Stefan Stretz, das Schanzenbräu und Tipps für Nürnberg gibt's hier.

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Regensburg: Treiben lassen in alten Gassen

Schmuckstück an der Donau: Das muntere Treiben am Ufer, in Bars, Läden, mittelalterlichen Gassen und modernen Galerien macht den Charme der Unesco-Weltkulturerbestadt Regensburg aus. Rund 15 Kilometer entfernt, in Eilsbrunn, führt Muk Röhrl das ältestes Wirtshaus der Welt - in elfter Generation. Wenn der Naturliebhaber nicht in seinem Wirtshaus kocht, ist er oft mit dem Rad unterwegs. „Meine Radl-Stammstrecke führt von Eilsbrunn entlang der Schwarzen Laber nach Sinzing an der Donau. Von hier geht es auf dem Donauradweg bis nach Regensburg“, erklärt Muk. Vorbei am zweitgrößten Dom Deutschlands und den siebengeschossigen Wohntürmen reicher Patrizier radelt Muk am liebsten in den Stadtteil Steinweg-Pfaff. Hier liegt der Dreifaltigkeitsberg, auch Osterberg genannt. „Der Kreuzweg mit den wunderschön gestalteten Marterln führt auf den Gipfel. Von dort hat man einen tollen Blick auf ganz Regensburg und die glitzernde Donau“, sagt Muk. „Auf dem Rückweg mache ich immer einen Stopp in der Altstadt, lasse mich durch die kleinen Gassen treiben und beobachte das quirlige Leben. Und jedesmal entdecke ich etwas Neues.“

Mehr über Muk Röhrl, den Donauradweg und seine Regensburg-Tipps gibt's hier.

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Augsburg: Auf den Spuren der reichen Kaufmannsfamilien

Eine 2000 Jahre alte Stadt in drei Begriffen: Fuggerei, Puppenkiste, Goldener Saal. Oder: Bäche, Kanäle, Unesco-Welterbe. Oder: Studentenstadt, römische Stadtmauer, Aussichtspunkt Perlachturm. Heinz Schulan kennt sie alle. Der gebürtige Augsburger ist Schauspieler und Theaterregisseur und auch Kulturbotschafter der Fuggerstadt. Als Jakob Fugger verkleidet, der bekannteste und reichste Vertreter der berühmten Kaufmannsfamilie, trägt er seit Jahren dessen typische Goldmütze und historisches Gewand und führt Gäste auf unterhaltsamen Touren durch Augsburg. Natürlich geht es dabei auch in die Fuggerei, die älteste Sozialsiedlung mit den ockerfarbenen Reihenhäuschen, die Jakob Fugger im Jahr 1521 für katholische Bürger stiftete, die unverschuldet in Not geraten waren. 

Zurück im Domviertel steuert Heinz Schulan seinen Lieblingsort an: das Fugger und Welser Erlebnismuseum. „Ich bin deshalb so gerne in dem Museum im ehemaligen Gartenhaus der Welser, weil es die fabelhafte Geschichte der beiden großen Augsburger Kaufmannsfamilien so anschaulich darstellt. Seekarten werden lebendig durch Meeresrauschen und zeigen die faszinierenden Routen auf, die im Mittelalter bis nach Südamerika führten.“ Apropos Wasser: Seit 2019 stehen das Augsburger Wassermanagement-System und seine Denkmäler – Kanäle und Wasserwerke, Wasserkraftwerke und Monumentalbrunnen – auf der Liste des UNESCO-Welterbes. Noch ein Grund mehr, an einer Führung in der Fuggerstadt teilzunehmen. 

Mehr über Augsburg, die Fugger und Heinz Schulan gibt's hier.

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Kleinstadt, Großstadt, Altstadt, Weltstadt – Bayern hat sie alle

Die vier größten Städte im Freistaat sind beeindruckend. Doch es warten auch viele kleinere historische Städte zwischen Aschaffenburg und Berchtesgaden, Nördlingen und Passau darauf, entdeckt zu werden. Oft liegen sie zwischen Bergen, Seen und Wäldern – wie Lindau im Allgäu. An Flüssen – wie Kelheim in Ostbayern. Umgeben von Burgen und Schlössern – wie das fränkische Coburg, oder auf einer Halbinsel – wie das oberbayerische Wasserburg am Inn. Die Kulturrouten Romantische Straße oder Deutsche Alpenstraße verbinden viele der kleineren und größeren Städte Bayerns – ideal  für einen Road-Trip, perfekt für Entdecker, Abenteurer und Genießer.

Titelbild: Muk Röhrl auf der Steinernen Brücke in Regensburg © www.bayern.by - Bernhard Huber

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