Nach rund 500 Stufen, teils durch enge Aufgänge, ist der Besucher oben. Von der Aussichtsplattform des Völkerschlachtdenkmals Leipzig hat man einen gewaltigen Rundblick – und auch sonst ist die Anlage bemerkenswert.

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Vom 16. bis 19. Oktober 1813 tobte bei Leipzig eine brutale Schlacht. Die Truppen Napoleons und seiner Alliierten wurden durch verbündete Heere Russlands, Preußens, Österreichs und Schwedens besiegt, die Eroberungsfeldzüge des französischen Feldherrn auf deutschem Boden damit beendet. An dieser Völkerschlacht waren insgesamt 600.000 Soldaten verschiedenster Herkunft beteiligt, 100.000 von ihnen wurden dabei getötet oder verwundet. Damit nicht genug: Eine mit dem Krieg einhergehende Typhus-Epidemie kostete rund zehn Prozent der Einwohner Leipzigs das Leben.

Um dieses Ereignis auf ewig zum Nachdenken festzuhalten, regte der deutsche Dichter Ernst Moritz Arndt bereits 1814 den Bau eines Denkmals an. Bis zur Verwirklichung des Projekts sollte es jedoch lange dauern. Erst 80 Jahre später wurde ein Verein zur Sammlung von Spenden für die Errichtung des Bauwerks gegründet. Vier Jahre später reichte die Summe aus, um den Grundstein zu legen. In 15-jähriger Bauzeit unter Architekt Bruno Schmitz wurde das gewaltige, rund 300.000 Tonnen schwere Monument (in den sichtbaren Bereichen aus Granitporphyr) errichtet. Anno 1913 wurde es im Beisein des deutschen Kaisers Wilhelm II. und des sächsischen Königs als Nationaldenkmal eingeweiht – als größtes Monument dieser Art in Europa mit einer Höhe von 91 Metern. 

Den Bau der Superlative krönt eine gewaltige Kuppel, die in ihrem oberen Teil von 324 Reiterreliefs geziert wird. Das Denkmal steht im Südosten von Leipzig im Stadtteil Probstheida: dort, wo die Hauptkämpfe der Völkerschlacht stattfanden. Der vier Hektar große Komplex umfasst auch das Museum „Forum 1813“, das über vielerlei Details zur Geschichte der Völkerschlacht informiert. 

Der besondere Tipp: Leipzig hat neben den bekannten Highlights viele alternative Kulturangebote, etwa die Kulturfabrik in der Kochstraße – mit Theater, Frauencafé, Queer-Disko und Kreativworkshops auch für Kinder und Jugendliche.

Tipps, wie ihr komfortabel und günstig im Fern- und Nahverkehr der Deutschen Bahn reist, findet ihr übrigens hier.

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