Immer dem Wasser nach, beziehungsweise der Weser. An der erstreckt sich, von Achim im Norden bis zum Mittellandkanal im Süden, die Region Mittelweser. Auf dem Streifzug durch die landwirtschaftlich geprägte Gegend findet ihr zahlreiche Mühlen, Hofläden und Cafés. „Frisch auf den Tisch“ ist bei den Mittelweser-Landwirten Programm. So befindet sich auf vielen Höfen neben einem gut ausgestatteten Laden auch ein Café, in dem Köstlichkeiten wie Waffeln mit Bickbeern, Kaffee aus der eigenen Röstung oder frischer Nienburger Spargel serviert werden. Hier stellen wir euch fünf kulinarische Besonderheiten der Mittelweser-Region vor:

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Bickbeernhof in Brokeloh

Bereits im Morgengrauen summt und brummt es auf den Feldern rund um Brokeloh. Dicke Hummeln fliegen tief über den blühenden Blumenwiesen, und in den Heidelbeersträuchern kreisen Bienen auf der Suche nach Blüten. Bald werden die Insekten von Erntehelfern und Besuchern abgelöst, die sich vorsichtig durch die 22,5 Hektar große Anbaufläche pflücken. Nur die tiefblauen Beeren kommen in die gelben Erntekörbchen, die unreifen Früchte dürfen noch hängen bleiben.

Niedersachsen ist mit rund 2.000 Hektar Anbaufläche Deutschlands größter Heidelbeer-Produzent. Allein in der Region Mittelweser werden von Juni bis September Millionen von Heidelbeeren, hier Bickbeern genannt, reif. Die Bezeichnung stammt von bicken, Plattdeutsch für bücken, da man sich, um an die Beeren heranzukommen, bücken muss. 

Der Sommer ist die intensivste Zeit auf Sylke Herses Bickbeernhof. Dann füllt sich schon am Morgen der Parkplatz. Manche Besucher wollen im Hofladen nur schnell noch eine Marmelade fürs Frühstück kaufen, andere kommen zum Pflücken. Der Besucherstrom bleibt bis zum Abend konstant. Neben den Selbstpflück-Feldern gibt es hier nämlich auch ein großes Hofcafé, auf dessen Terrasse eine ganze Festgesellschaft Platz hätte. Aus der Küche strömt der Duft von frischen Waffeln, es wird aber auch Pikantes, wie Wildbratwurst mit getrockneten Bickbeern, angeboten. 

Unbedingt mit einplanen: einen Besuch im Hofladen. Hier gibt es neben Bickbeern-Honig auch Bio-Beerenkompott und Frucht-Glühwein.

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Der Wochenmarkt in Nienburg

Während die Cafégäste bei Kaffee und frischen Brötchen entspannen, ist an den Marktständen gegenüber schon ordentlich was los. An einem Stand werden eine Handvoll knackige Stangenbohnen gewogen und verpackt, an einem anderen steckt ein Kind die Nase in einen bunten Blumenstrauß, und in dem Bäckerwagen verschwindet gerade die letzte Nienburger Bärentatze in einer Papiertüte.

Seit über 200 Jahren verwandelt sich die Lange Straße in Nienburgs historischer Altstadt regelmäßig zu einer bunten Flaniermeile. Dann bauen über 60 regionale und lokale Händler ihre Stände auf, ölen ihre Stimmbänder und legen los. Neben Obst und Gemüse, tierischen Produkten, Backwaren und regionalen Spezialitäten werden auch Blumen und Pflanzen angeboten – und das besonders erfolgreich.

2008 wurde der Markt zum schönsten Wochenmarkt Europas gekürt. Preiswürdig waren neben der Angebotsvielfalt auch die Qualität und die Warenpräsentation. Selbst davon überzeugen kann man sich jeden Mittwoch und Samstag, von 8 bis 13 Uhr.
Mehr Infos zum Nienburger Wochenmarkt gibt es hier.

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Nienburger Spargel

„An diesem Spargel habe ich mitgebaut!“ Der Mann, der das sagt, steht mit seiner Tochter vor der 4,5 Meter hohen Holzskulptur im Niedersächsischen Spargelmuseum. Die Abschlussklasse der Realschule Nienburg hat 2009 fast ein Jahr lang an der 900 Kilogramm schweren Delikatesse geschnitzt. 2010 wurde sie enthüllt und kurz darauf zur größten hölzernen Spargelskulptur der Welt erklärt.
Jeder fünfte deutsche Spargel wächst in Niedersachsen. Lange Spargelfelder prägen von März bis weit in den Herbst hinein die Landschaft. Die 750 Kilometer lange Niedersächsische Spargelstraße verbindet die Anbaugebiete miteinander, zu denen auch die Region Mittelweser zählt.

Der dort bekannte „Nienburger Spargel“ wird seit über 20 Jahren unter eigenem Gütesiegel vermarktet. Viele Erzeuger verkaufen ihn direkt vom Hof, einige bieten ihn als Mahlzeit an. So etwa der Spargel- und Erdbeerhof Nuttelmann in Steyerberg. Von Mitte April bis Ende Juni sind auf dem Hof Tausende Menschen zu Gast, um am Spargelessen teilzunehmen.

Welche Bedeutung der Spargel für die Region und das Bundesland hat, kann man im Spargelmuseum in Nienburg lernen. Auf 150 Quadratmetern erfährt man, vom Anbau bis zum Vertrieb, alles Wissenswerte über das Saisongemüse. Und wer am richtigen Tag anreist, kann am Nienburger Spargelfest teilnehmen und dabei der Wahl der Spargelkönigin beiwohnen.

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Catucho Kaffee- und Kakaospezialitäten in Bücken

Beim Röstvorgang karamellisiert der in den Kaffeebohnen enthaltene Zucker – eine Vielzahl an Aromen erfüllt den Raum © adobestock.com/ Kzenon

Der Geruch von frischem Popcorn erfüllt den historischen Fachwerkspeicher. Neben dem lauten Sirren der Maschinen klingt es nun auch wie Popcorn, dabei sind es die Kaffeebohnen, die gegen das Glas des Kaffeerösters hüpfen. Es ist der sogenannte „First Crack“, ein magischer Moment der Kaffeeröstung. Während des gerade mal 18-minütigen Röstvorgangs nimmt die anfangs grüne Kaffeebohne eine dunkelbraune Farbe an und entfaltet dabei über 800 verschiedene Aromen.

Die Kaffeerösterei und Kakaomanufaktur Catucho liegt in einem hübschen Klinkerbau in Bücken. Der Familienbetrieb wurde 2006 von Ulrike Eckhardt gegründet und wird mittlerweile von den Töchtern Laura und Elena weitergeführt. Aus den hohen Regalen des Hofladens stechen Namen wie „Pacha Mama“, „Indian Monsun“ und „Chicas Coffee“ ins Auge. Alle Kaffeesorten werden direkt von den Erzeugern gekauft, hier veredelt, abgefüllt und unter eigenem Design vertrieben. Bei einem Besuch kann man den Kaffee und die Schokoladen auch probieren. Spannende Hintergrundinformationen und eine tolle Beratung gibt es kostenlos dazu.

Für alle, die mehr über das feine Getränk erfahren wollen, bieten Elena und Laura Kaffeeseminare und Röstvorführungen an.

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Hof Bünkemühle in Warpe

Die Besucher stehen vor den großen Glasfenstern. Sie beobachten einen Mitarbeiter des Hofs, der gerade an der großen Pasteurisiermaschine hantiert. Knapp 10 Liter Milch benötigt er, um ein Kilo Käse herzustellen. Einen Bünkemühler Schnittkäse zum Beispiel, der nach einer sechswöchigen Reifung im Hofladen verkauft wird.

Hof Bünkemühle ist ein traditioneller Familienbetrieb. Seit 60 Jahren wird er von Familie Derboven betrieben und ständig erweitert. Zur anfänglichen Milchproduktion gesellte sich die Rinderzucht und schließlich die Käseherstellung.
Der Käse wird, neben regionalen Produkten wie Senf, Marmelade und Kaffee, im Hofladen und online verkauft.

Von weitem wirkt der Hof wie ein Filmset. Grüne Laubbäume säumen die lange Zufahrtsstraße. Auf einer mit einem weißen Bretterzaun umrahmten Weide grasen Kühe. Und am Ende der Einfahrt stehen idyllische, rote-weiße Wirtschaftsgebäude. Als Besucher bekommt man richtig Lust, den Hof zu erkunden und das darf man auch. Am Wochenende zum Beispiel, wenn die Ställe geöffnet und die Kälber gestreichelt werden dürfen oder beim Käsemachen zugeschaut werden kann.

Zusätzlicher Bonus: Am Wochenende hat auch das Hofcafé geöffnet, in dem selbst gemachte Torten, Kuchen und Käse serviert werden.

Titelbild: Frisch und regional: In den Hofläden gibt es leckere Produkte direkt vom Erzeuger © adobestock.com/ industrieblick

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