Eine der ganz großen Attraktionen in Kassel ist der Bergpark Wilhelmshöhe. Seit 2013 gehört er zum Welterbe der UNESCO, was er, neben Schloss Wilhelmshöhe mit seinen Kunstsammlungen und der künstlichen Ruine Löwenburg, vor allem den gigantischen Wasserspielen verdankt, die seit nunmehr 300 Jahren die Urgewalt der Natur auf unnachahmliche Weise demonstrieren. Ab 1689 gestaltete der von der dramatischen Topographie des Standorts inspirierte Landgraf Karl von Hessen-Kassel den barocken Bergpark. Später baute sein Enkel Wilhelm I. weiter. Alles zusammen ist bis heute ein einzigartiges Zeugnis für die einstige Gestaltungskraft des Europäischen Absolutismus. In den Sommermonaten stürzen hier immer Mittwoch- und Sonntagnachmittag (sowie an Feiertagen) bei jeder Wasserspiele-Vorführung über 750.000 Liter den Berg hinab. Das Wasser legt auf seinem Weg durch den Park etwa 2,3 Kilometer zurück. Jedes Wasserbild wird für ungefähr 10 Minuten inszeniert. Danach bleibt genug Zeit, um zur nächsten Station zu spazieren. Wir stellen euch die wichtigsten Stationen vor.

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Der Herkules

Start der großen Show ist um 14.30 Uhr hoch über Kassel an der Statue des Herkules. Der griechische Halbgott steht auf der Spitze eine Pyramide, die wiederum auf einem Oktogon, dem sogenannten Riesenschloss, thront. Am Fuße des achteckigen Bauwerks liegt die Vexierwassergrotte mit dem Artischockenbassin. Hier beginnen die Wasserkünste mit Fontänen im Artischockenbecken und den krummen Kaskaden. In den Nischen der Grotte stehen Statuen mythischer Figuren, die mit ihren Hörnern das Signal zum Beginn geben. Wie das Sprudeln der Fontänen wird auch das Tönen der Hörner durch natürlichen Wasserdruck erzeugt. Eine Ebene tiefer erwartet euch das Riesenkopfbecken, aus dem euch der steinerne Kopf des Giganten Encelados eine zwölf Meter hohe Fontäne entgegenspeit.

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Die großen Kaskaden

Die Kaskaden werden beidseitig von 535 bzw. 539 Treppenstufen gesäumt
Die Kaskaden werden beidseitig von 535 bzw. 539 Treppenstufen gesäumt © Steffen Eichner - stock.adobe.com

Über eine 210 Meter lange und zwölf Meter breite Kaskadenanlage fließt das Wasser anschließend vom Riesenkopfbecken durch drei ovale Becken bis hinunter zum Neptunbassin. Wenn ihr es schafft, vor dem Wasser am Neptunbassin einzutreffen, könnt ihr die Statue des römischen Meeresgottes noch gut erkennen, ansonsten wird sie von den herabstürzenden Fluten verdeckt. Der Abschnitt, den das Wasser vom Herkules über die Kaskaden bis zum Neptunbassin nimmt, wird auch als „barocke Wasserspiele“ bezeichnet.

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Der Steinhöfer Wasserfall

Benannt nach dem „Architekten“ der Wasserkünste, Karl Steinhöfer, ist der Wasserfall Teil des Systems zur Versorgung der romantischen Wasserkünste, zu denen die Teufelsbrücke, der Aquädukt und die große Fontäne zählen. Während der Inszenierung erinnern die nach und nach überspült werdenden Felsen an einen ehemaligen Steinbruch, der nun von der Natur zurück erobert wird.

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Teufelsbrücke und Höllenteich

Nächste Station ist die 1792/93 von Heinrich Christoph Jussow erbaute Teufelsbrücke. Ursprünglich aus Holz gebaut, spannt sich die seit 1826 metallene Konstruktion in zehn Meter Höhe über den Höllenteich. Die Namen Teufelsbrücke und Höllenteich erinnern an Pluto, den römischen Gott der Unterwelt und die nach ihm benannte, naheliegende Grotte.

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Das Aquädukt – Ruinenbau mit spektakulärem Wasserfall

Als Ruine einer ehemaligen römischen Wasserleitung errichtet, bricht das Aquädukt nach dem vierzehnten seiner hohen Bögen jäh ab und lässt das ankommende Wasser hier 30 Meter in die Tiefe fallen. Damit ist es bis heute der höchste künstliche Wasserfall in einem künstlerisch gestalteten Garten. Am Fuße des Aquädukts platzierte Trümmer vermitteln den Eindruck eines ehemals intakten Baus und erinnern an den ständigen Widerstreit von Natur und Technik. Über die Peneuskaskaden fließt das Wasser anschließend am Jussowtempel vorbei in den Fontänenteich.

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Höhepunkt und grandioser Abschluss – die Große Fontäne

Krönender Abschluss der Wasserspiele – die Große Fontäne im Schlossteich
Krönender Abschluss der Wasserspiele – die Große Fontäne im Schlossteich © Sina Ettmer - stock.adobe.com

Hier finden die Wasserspiele ihren fulminanten Abschluss. Zehn Minuten lang schießt in dem natürlich erscheinenden Teich eine 52 Meter hohe Wassersäule in den Himmel. Das Wasser für dieses einmalige Schauspiel kommt aus dem 80 Meter höher gelegenen Fontänenreservoir. Anschließend fließt es über künstlich angelegte, aber natürlich wirkende Wasserfälle zum Schlossteich, dem sogenannten „Lac“ und von dort über unterirdisch angelegte Leitungen in die Fulda.

Titelbild: Auf keinen Fall verpassen – die Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe © Stefan Kaulbarsch - stock.adobe.com

In Zusammenarbeit mit Hessen Tourismus

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