Die markante Skyline kennt jeder, und doch ist das Bankenviertel nur eines der vielen Gesichter Frankfurts. In der geschäftigen Großstadt finden sich viele gemütliche Ecken und lauschige Plätze – in der historischen Altstadt zum Beispiel oder am Mainufer. Bei einem Wochenend-Trip entdeckt ihr die verschiedenen Facetten der hessischen Mainmetropole.

Freitag Nachmittag

Seid ihr mit dem Zug angereist? Vom Hauptbahnhof könnt ihr gleich zu einer ersten Erkundungstour durch Frankfurts Altstadt aufbrechen. Hin kommt ihr mit der Straßenbahn Linie 11 oder mit den U-Bahn-Linien 4 und 5; raus müsst ihr an der Haltestelle Römer (Straßenbahn) oder Dom/Römer (U-Bahnen). In 20 Minuten seid ihr aber auch zu Fuß vom Hauptbahnhof zur Altstadt rund um den Römerberg spaziert. Eine ganz entspannte Möglichkeit, sich einen ersten Überblick über Frankfurt zu verschaffen, ist auch eine Velotaxi-Tour. Die Fahrer mit ihren E-Bikes kutschieren euch zum Speed-Sightseeing umweltfreundlich durch die City. Ein Spar-Tipp: Mit der Frankfurt Card könnt ihr den Nahverkehr kostenlos nutzen und bekommt in vielen Museen und anderen Einrichtungen Rabatt auf den Eintrittspreis. Und weil Sightseeing Kalorien verbrennt: Nachschub gibt’s in Form von Bethmännchen oder Frankfurter Kranz in der Konditorei ConditCouture am Römerberg.

Freitag Abend

Richtig Hunger? Dann lasst euren ersten Frankfurter Abend am besten gleich stilecht und gemütlich in der neuen Altstadt ausklingen. In den Fachwerkhäusern gibt’s Restaurants, Bars und Cafés, hier könnt ihr die traditionelle Frankfurter Küche genießen oder einen Rheingauer Riesling verkosten. Nur ein paar Gehminuten sind es auch zu den trendigen Restaurants in der Innenstadt oder im Bahnhofsviertel.

Samstag Vormittag

Kurzer Blick in den Himmel: Das Wetter sieht gut aus? Dann nichts wie rauf auf den Fahrradsattel und ab zu einer schönen City-Tour. Ob für einen Tag oder ein Wochenende, Frankfurt lässt sich wunderbar mit dem Rad entdecken. Ideal dafür sind die Leihräder von Call a Bike, die ihr an vielen Stationen in der City per App ausleihen könnt. Kulturfreunde sollten am Museumsufer immer mal wieder absteigen: Auf beiden Ufern des Mains finden sich hier 15 großartige Museen in direkter Nachbarschaft: Bibelhaus oder Archäologisches Museum, Architekturmuseum oder Filmmuseum - ihr habt die Qual der Wahl!  Ein absolutes Highlight ist das Städel Museum, dessen Sammlung unter einem Dach einen nahezu lückenlosen Überblick über 700 Jahre europäische Kunstgeschichte gibt – von Lucas Cranach über Monet und Picasso bis hin zu Gerhard Richter und Isa Genzken.

Samstag Nachmittag

Stadtrundgänge durch die neue Frankfurter Altstadt starten an der Tourist Information am Römer. Bei diesem einstündigen Spaziergang zwischen dem Kaiserdom St. Bartholomäus und dem Römer entdeckt ihr die besondere Frankfurter Mischung aus mittelalterlichen Rekonstruktionen (der Großteil der Altstadt wurde im 2. Weltkrieg zerstört) und modernen Neubauten. Der Römer ist das Patrizierhaus, in dem sich seit 1405 das Frankfurter Rathaus befindet. Auch die berühmte Paulskirche steht auf dem Programm, in der 1848 die erste Deutsche Nationalversammlung stattfand. Zur Geschichte der Nationalversammlung und zum Wiederaufbau der Paulskirche gibt’s dort auch eine kostenlose Dauerausstellung. Sollte euch dagegen ein klassischer Stadtrundgang zu altbacken erscheinen, könnt ihr eure Zeitreise durch das alte Frankfurt auch virtuell in Angriff nehmen: Im neu eröffneten TimeRide erlebt ihr mit Virtual Reality die Geschichte der Mainmetropole hautnah. Und solltet ihr mit Kindern unterwegs sein, einen Regentag erwischt haben oder einfach Lust auf etwas Besonderes haben, dann nichts wie ab ins Historische Museum Frankfurt. Denn in das älteste städtische Museum der Mainmetropole ist auch das Junge Museum Frankfurt integriert – und in dessen interaktiven Ausstellungen vergeht die (Regen-)Zeit wie im Flug. 

Plant ruhig auch für einen Shopping-Bummel durch die Innenstadt ordentlich Zeit ein. Denn auf der Zeil, Frankfurts Haupteinkaufsmeile, reihen sich die Shops internationaler Labels und große Kaufhäuser aneinander. Durch Goethestraße und Neue Rothofstraße hingegen weht die exklusive Aura internationaler Top-Designer. Wenn ihr es dagegen lieber individuell und kreativ habt: Coole Boutiquen mit eigenen Mode- und Designlabels und die Showrooms von Jungdesignern findet ihr in der Berger Straße, in der Schweizer Straße oder im Brückenviertel.

Für den Hunger zwischendurch sei Feinschmeckern die Kleinmarkthalle empfohlen, ein überdachter Wochenmarkt mit reichlich köstlichen Imbiss-Möglichkeiten, von der Austernbar bis hin zum Antipasti-Italiener.

Samstag Abend

Am Abend wird es Zeit für einen Abstecher aufs andere Mainufer – und zu den kulinarischen Klassikern der Region. Unbedingt probieren müsst ihr die Grüne Soße (der Frankfurter nennt sie “Grie Soß”), die mit hartgekochten Eiern und Salzkartoffeln gereicht wird. Oder den legendären Handkäs‘ mit Musik (ein Magerkäse in Zwiebelmarinade).  Am besten schmecken diese Spezialitäten in den traditionellen Apfelweinwirtschaften in Sachsenhausen. Dort könnt ihr nach dem Essen einfach sitzen bleiben, ein weiteres Gläschen Apfelwein trinken und den Tag in der wuseligen Großstadt ganz entspannt ausklingen lassen. Eine moderne Alternative habt ihr mit dem dreistöckigen Restaurant Oosten am Mainufer. Dort gibt’s zum Essen schicke Industrie-Architektur – und von der Dachterrasse einen fantastischen Blick auf Skyline und Sonnenuntergang.

Sonntag Vormittag

Nach dem vollgepackten Samstag wird es Zeit für ein paar entspannte Aktivitäten, wie zum Beispiel einer Schifffahrt auf dem Main. Vom Eisernen Steg aus könnt ihr sowohl mainabwärts als auch mainaufwärts schippern und so die Stadt aus einer völlig anderen Perspektive kennenlernen. Solltet ihr mainaufwärts unterwegs sein: Steigt doch an der Gerbermühle aus und lasst euch auf dem von “Titanic”-Zeichner Hans Traxler erdachten Ich-Denkmal in der Mainufer-Anlage fotografieren.

Sonntag Nachmittag

Nachmittags stehen mit dem Palmengarten und dem Goethe-Haus zwei Frankfurter Lieblingsorte auf dem Programm. Johann Wolfgang von Goethe wurde 1749 in Frankfurt geboren; im wiederaufgebauten Geburtshaus des Universalgenies werdet ihr in den im Stil der damaligen Zeit möblierten Zimmern in die Lebzeiten des Dichterfürsten zurückversetzt.

Der weitläufige Palmengarten ist eine grüne Oase mitten in der Stadt; in seinen Gewächshäusern reist ihr durch sämtliche Klimazonen der Erde. Und auf dem großen Weiher könnt ihr eine Runde mit einem Tretboot drehen. Auch ein Abstecher zum Frankfurter Hausberg, dem Lohrberg, lohnt sich immer: Hier liegt der einzige verbliebene Weinberg des Frankfurter Stadtgebiets. Lasst euch den Riesling schmecken, der hier gekeltert wird, und genießt vom Streuobstzentrum MainÄppelhaus den schönen Blick auf die Stadt.

Sonntag Abend

Entspannt geht es auch abends weiter; nach dem Essen könnt ihr euch noch einen eiskalten, sauer gespritzten Apfelwein am Mainufer gönnen. Beliebte Adressen für einen Absacker sind das Maincafé oder das Bootshaus Frau Rauscher. Weiter mainaufwärts könnt ihr euch aber auch an der Main Cocktailbar einen Drink genehmigen – und das Frankfurt-Wochenende mit einem letzten Blick auf die Skyline abschließen.

Titelbild: Pulsierendes Großstadtleben und gemütliches Treiben – in Frankfurt am Main liegt das nebeneinander ©#visitfrankfurt, David Vasicek

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