Mystische Burgruinen, prächtige Schlösser und imposante Kirchen – auch die kleineren Städte in Baden-Württemberg können sich zahlreicher kultureller und historischer Sehenswürdigkeiten rühmen. Fünf besonders attraktive Orte stellen sich vor:

Bad Säckingen

Die 17.500 Einwohner zählende Kurstadt liegt am Hochrhein, etwa 35 km flussaufwärts von Basel. Bekannt ist die Stadt vor allem durch das 1854 erschienene Erstlingswerk „Der Trompeter von Säkkingen“ von Joseph Victor von Scheffel.

Ellwangen

Die rund 27.000 Einwohner zählende Stadt im Osten Baden-Württembergs nahe der Grenze zu Bayern liegt etwa 17 Kilometer nördlich von Aalen. Zu ihren Sehenswürdigkeiten gehören die spätromanische Basilika St. Vitus, das weitläufige Renaissanceschloss und die Wallfahrtskirche am Schönenberg.

Rottenburg am Neckar

Die 44.000-Einwohner-Stadt liegt rund 50 Kilometer südwestlich von Stuttgart. Die Römer- und Bischofsstadt ist dank ihres reichhaltiges kulturellen und geschichtlichen Erbes ein beliebtes Reiseziel.

Waldkirch

Die rund 22.000 Einwohner zählende Kreisstadt im Breisgau an der Elz im südwestlichen Teil des Schwarzwaldes befindet sich etwa 16 Kilometer nordöstlich von Freiburg. Waldkirch liegt an der Deutschen Uhrenstraße.

Weinheim

Die 45.000-Einwohner-Stadt im Nordwesten Baden-Württembergs liegt etwa 18 km nördlich von Heidelberg. Dank ihrer beiden Wahrzeichen, der Ruine Windeck und der Wachenburg, trägt sie den Beinamen „Zwei-Burgen-Stadt“.

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Bad Säckingen

Bekannt ist die Kleinstadt ganz im Süden Baden-Württembergs am Hochrhein vor allem als Schauplatz des Gedichtes „Der Trompeter von Säckingen“ von Joseph Victor von Scheffel. Um die Jahrhundertwende haben die Säckinger auf dem Marktplatz ihrem Ehrenbürger ein Denkmal gesetzt – den Trompeterbrunnen. Mit Schloss Schönau, dem barocken Münster, einer sehenswerten Altstadt und der längsten gedeckten Holzbrücke Europas kann Bad Säckingen aber noch mit einigen weiteren sehenswerten Highlights aufwarten.

Das Herz der Stadt schlägt am von den Doppeltürmen des Fridolinsmünster und zahlreicher historischer Häuser umrahmten Münsterplatz. Der mächtige Kirchenbau mit den weit ins Land sichtbaren Zwiebeltürmen spiegelt die Größe und Bedeutung des einst von Fürstäbtissinnen geführten Frauenklosters wider.

Das Hochrheinmuseum Schloss Schönau steht inmitten einer idyllischen Parkanlage am Ufer des Rheins und wurde um 1600 durch die Herren von Schönau anstelle einer Wasserburg erbaut. An der Westseite des Schlosses steht eine Konzertmuschel für Freilichtaufführungen und Konzerte. Hier findet ihr in den Sommermonaten auch ein Open-Air Kino. Das Schloss selbst beherbergt die ScheffelRäume, das Trompetenmuseum und die Museen für Ur- und Frühgeschichte sowie zur Stadtgeschichte.

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Ellwangen

Aufragende Türme, geschweifte Giebel, kunstvoll gestaltete Portale und Gitter: Seine 1250-jährige Geschichte hat Ellwangen ein unverwechselbares Stadtbild verliehen. Besonders geprägt wird es von der romanischen Basilika St. Vitus und dem über der Stadt thronenden Schloss. Überall in der Stadt stoßt ihr auf die Spuren ihres religiösen Erbes. Wer durch die Gassen schlendert, entdeckt Kapellen und Madonnenfiguren, die aus den Nischen der Barockhäuser grüßen. Auf dem Marktplatz dominiert die romanische Basilika St. Vitus, die als Stiftskirche fürs Kloster gebaut wurde. Die Evangelische Stadtkirche steht gleich nebenan und es gibt sogar eine direkte Verbindungstür zwischen beiden – ein Kuriosum in der Kirchenlandschaft. 

Die ausgedehnte Anlage des Schlosses ob Ellwangen geht auf eine mittelalterliche Burg zurück. Fürstpropst Johann Christoph von Westerstetten ließ 1603 bis 1608 die Anlage als Renaissance-Schloss umgestalten. Aus dieser Zeit stammt der schöne Arkadeninnenhof, in dem im Sommer die Heimattage veranstaltet werden. In der Barockzeit führte das gesteigerte Repräsentationsbedürfnis der Fürstpröpste zum nochmaligen Umbau.

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Rottenburg am Neckar

Die Bischofsstadt ist schon allein aufgrund ihrer römischen Wurzeln einen Besuch wert. Im römischen Sumelocenna-Museum ist die größte bekannte Toilettenanlage nördlich der Alpen aus dieser Zeit zu sehen. Bei einem Bummel durch die Altstadt sind aber vor allem das Mittelalter und die Vorderösterreichische Geschichte überall präsent.

Enge Gassen und weite Plätze: Bauwerke aus acht Jahrhunderten prägen das Stadtbild. Ob mittelalterliche Türme und Tore, gotische Kirchen oder barocke Kapellen – es gibt viele Spuren, die auf eine interessante Geschichte verweisen. Das Sülchgaumuseum versetzt euch in diese Zeit zurück. Der Dom St. Martin ist das prägende Bauwerk auf dem Marktplatz. Im nahe gelegenen Diözesanmuseum könnt ihr viel über die kirchliche Geschichte der Stadt erfahren. Auch die Pilgerwege von Jakob, Martinus und Meinrad führen durch Rottenburg.

Wer den Dom St. Martin betritt, wird mit einem asymmetrischen Raum konfrontiert. Der Grund dafür liegt im Turm als ältestem Teil der Kirche. Sein Unterbau wurde um das Jahr 1280 errichtet. Um diesen Turm herum wurde in den folgenden Jahrhunderten die Kirche gebaut: zuerst eine Liebfrauenkapelle, danach die Marktkirche St. Martin. Aufgrund der räumlichen Begrenzung durch den Marktplatz und die Vergrößerung des Kirchenschiffes konnte man nicht in einer Achse bauen und versetzte deshalb das Mittelschiff einfach in Richtung Süden.

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Waldkirch

Waldkirch – leuchtende Stadt inmitten der Schwarzwaldhügel © Frank Gehring

Umrahmt von bunten alten Bürgerhäusern gehört der Marktplatz von Waldkirch sicherlich zu den schönsten Plätzen des ganzen Landes. Von hier aus habt ihr zudem einen wunderbaren Blick auf den nahe gelegenen Kandel, den Hausberg von Waldkirch. Imposante 1242 Meter ist er hoch, eine echte Schwarzwald-Erhebung mit grandiosem Panoramablick vom Gipfel.

Am Ortsrand liegt die noch gut erhaltene Ruine der Kastelburg, das Wahrzeichen der Stadt. Die Herren von Schwarzenberg erbauten die Kastelburg um 1280. Die Burg war zur Zeit der vorderösterreichischen Kameralherrschaft Gerichtssitz und Standort des herrschaftlichen Gefängnisses. 1632 n.Chr. nahmen die Hochbergern sie ein. Kaiserliche Truppen zerstören die Burg 1634 nach dreitägiger Belagerung.

Die geheimnisumwitterte Burgruine zieht nicht nur Besucher von auswärts an, sondern spielt auch im Kulturleben Waldkirchs eine wichtige Rolle. So wird die Geschichte der Kastelburg in nächtlichen Schauspielen immer wieder zu neuem Leben erweckt. Im Zuge einer Türmerführung habt ihr die Gelegenheit, die Geschichte des Waldkircher Wahrzeichens auf eine besonders unterhaltsame Weise zu erleben. Der auf die Burg führende Ritterweg macht Geschichte für Kinder lebendig. Und ein Modell der Burg vor ihrer Zerstörung kann im Elztalmuseum besichtigt werden.

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Weinheim

Zwei Burgen, ein Schloss, das historische Gerberviertel und der Marktplatz gehören zu den Sehenswürdigkeiten in Weinheim an der Bergstraße. Für eine besondere Atmosphäre in der Stadt sorgen aber auch die vielen Parks, Gärten und der romantische Exotenwald. Über der Altstadt erhebt sich das Schloss, das einst den kurpfälzischen Fürsten gehörte. Heute dient das Ensemble, das sich aus Bauelementen verschiedener Epochen zusammensetzt, als Rathaus.

Die Windeck ist die zweitälteste Burg an der Bergstraße. Sie befindet sich auf 222 Metern Höhe. Als Schutzburg des Klosters Lorsch nach 1100 erbaut, wurde die Windeck im ausgehenden 17. Jahrhundert zerstört. Seit 1978 ist die Burgruine im Besitz der Stadt Weinheim. Eine architektonische Rarität ist die in die Mauer des Bergfrieds eingelassene Wendeltreppe.

Die fast auf der Kuppe des Wachenbergs gelegene Wachenburg entstand in den Jahren 1907 bis 1928 als Gedenk- und Begegnungsstätte des Weinheimer Senioren-Convents (WSC) und seiner aktiven studentischen Corps. Burghof und Burgschenke stehen aber jedermann offen.

Titelbild: Blick auf Bad Säckingen – die "Stadt des Trompeters" © Tourismus- und Kulturamt Bad Säckingen

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