NRW zu Fuß – das bedeutet: ihr habt die große Auswahl. Mehr als 50.000 Kilometer Wanderwege gibt es in Nordrhein-Westfalen. Hier stellen wir euch sechs ganz besondere Wanderungen mit dem gewissen Extra vor. Also, nix wie los!

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Die Nette vom Niederrhein

Kleine Flüsse und Bäche ziehen sich durch den 435 Quadratkilometer großen Naturpark Schwalm-Nette © Tourismus NRW e.V.

Gemächlich bahnt sich die Nette ihren Weg durch die idyllische Auenlandschaft. Mit einem weiteren Flüsschen ist sie Namensgeberin des Naturparks Schwalm-Nette, einem ursprünglichen Flecken an der Grenze zu den Niederlanden. Durchzogen von Wald, Weiden, Wiesen – und ganz viel Wasser. Besonders schöne Perspektiven auf die Bäche, Moore und Seen sind am Boden markiert und bieten einzigartige Blicke. Wer vor Ort mehr über Flora und Fauna wissen möchte, kann an den jeweiligen Stationen per QR-Code oder Telefon Informationen abrufen. Beim Stopp an der Vogelbeobachtungshütte an der Nette erfahrt ihr zum Beispiel Spannendes über die Rohrdrommel, Hörprobe ihres unverkennbaren Rufs inklusive.

Zu den Highlights der Region am Niederrhein gehören mehrere Wassermühlen, darunter die Molzmühle aus dem 14. Jahrhundert. Das Kleinod mit Café ist perfekt für eine Stärkung auf einem der Premiumwanderwege der Wasser-Wander-Welt. Ob ihr euch für die Tour „Nette Seen“ mit den Teichrosenfeldern entscheidet oder durch den „Birgeler Urwald“ marschiert – im Naturpark Schwalm-Nette ist alles am und im Fluss.

Und so kommt ihr mit Bus und Bahn in den Naturpark: Anreise planen.

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Wilde Tiere, sanfte Hügel

Liegt Kanada in Nordrhein-Westfalen? Zumindest fühlt sich der Naturpark Hohe Mark, wo Münsterland, Niederrhein und Ruhrgebiet aufeinandertreffen, ein bisschen so an wie Nordamerikas Wildnis. Mit dichten Wäldern, Mooren, Auen, Hügeln aus Sandstein und freilebenden Pferden und Rindern. Die ganze Bandbreite der Natur zeigt sich auf dem Fernwanderweg Hohe Mark Steig, der 158 Kilometer quer durch den Park von Olfen bis nach Wesel verläuft. Auf Etappen zwischen 19 und 27 Kilometern gestaltet sich jeder Tag anders. Vielfältig kommen aber auch die kürzeren Rundwege, die sogenannten „LandStreifer“, daher. Tipp: der acht Kilometer lange Steverauenweg mit seinen Hinguckern entlang des Ufers, einem Rückzugsgebiet für Tiere. So trifft man auf friedlich weidende Konik-Ponys, katalanische Riesenesel, Storchenpaare und Heckrinder. Berühmt sind die Dülmener Wildpferde im Merfelder Bruch. Wenn sie mit wehender Mähne kraftvoll über das weitläufige Moor- und Heidegebiet galoppieren… Wer denkt da nicht an die Mustangs im Wilden Westen?

Und so kommt ihr mit Bus und Bahn in den Naturpark Hohe Mark: Anreise planen.

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Raus mit der Maus

Was haben Bären mit der „Entführung“ des Apfels nach Europa zu tun und warum schoss Wilhelm Tell diese Frucht vom Kopf seines Sohnes? Keine Ahnung?! Frag doch mal die Maus! Genau, die aus dem Fernsehen. Mit interaktiven Mitmach- und Hörstationen, mit Märchen und Gedichten „begleitet“ sie Kinder auf den sechs Bergischen Streifzügen für Familien und bringt ihnen das jeweilige Thema höchst unterhaltsam näher. Wie die Geschichte(n) rund um den Apfelanbau auf dem knapp sechs Kilometer langen Obstweg in Leichlingen nördlich von Leverkusen. Mit jedem Schritt steigt die Vorfreude auf die nächste „Maus-Tafel“. So macht Wandern Spaß, motiviert und entspannt. Übrigens, auch Eltern lernen einiges bei diesen Entdeckungstouren, zum Beispiel über die einheimischen schwarz- und rotbunten Kühe beim Bauernhofweg in Lohmar oder Details zu Wind- und Wasserkraft sowie zur Holzkohleherstellung auf dem Energieweg. Zwischen Eichen und Linden wird beim Baumweg der Frage nachgegangen, welche Gehölze es schon bei den Dinosauriern gab. Angeberwissen vom Feinsten. Mehr Tipps hier.

Und so kommt ihr mit Bus und Bahn ins Wandergebiet: Anreise planen.

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Kleine Wanderungen mit großer Wirkung

Die einen wünschen sich mehr Gelassenheit, die anderen wollen in Schwung kommen. Ob richtige Atemtechnik im Alltag, ausgewogene Ernährung oder Übungen gegen Stress und Erschöpfung – auf den speziell für die Gesundheit entwickelten Touren der VitalWanderWelt geht es um das Wohlbefinden. Die Rundwege – markiert mit einem weißen V auf blauem Hintergrund – führen durch den Teutoburger Wald. Wegen seiner reinen Luft, den Kurparks und Solequellen wird das zwischen Osnabrück und Paderborn liegende Mittelgebirge als „Heilgarten Deutschlands“ bezeichnet. Die zwei bis 14 Kilometer langen Strecken verknüpfen Bewegung mit zahlreichen Extras für die Vitalität. Bei Tinnitus laden Stationen auf den stillen Pfaden des Wiehengebirges zum Innehalten ein und geben Anleitungen zur Stärkung der Sinne. Wer Herz und Kondition trainieren möchte, ist auf der hügeligen Wanderung rund um Bad Wünneberg richtig: knapp zehn Kilometer mit langen, aber mäßigen Anstiegen – und einer Anlage zum Wassertreten. Wie sagte Sebastian Kneipp? Die Natur ist die beste Apotheke.

Und so kommt ihr mit Bus und Bahn in die VitalWanderWelt: Anreise planen.

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Sinfonie für die Sinne

Mit einem kleinen Notizheft in der Hand lief der junge Ludwig van Beethoven regelmäßig durch seine Bonner Heimat. Beim Wandern fand er Inspiration. Der Beethoven-Rundgang macht die Orte, an denen der Komponist weilte, erlebbar: wie das Redoute-Schlösschen, in dem das Musikgenie mit Anfang 20 für Joseph Haydn gespielt haben soll oder der Petersberg, wohin er „oft mit einem Kahne“ herübergekommen sei, um „zu träumen und zu arbeiten“. Der weite Blick über die Rheinebene fasziniert auch heute noch. An 22 Informationssäulen (so viele Jahre verbrachte Beethoven in seiner Geburtsstadt) bekommt ihr Bilder und Texte zu sehen, wobei einige mit Filmen und Hörstücken ausgestattet und per Smartphone beziehungsweise QR-Code abrufbar sind. Neben dem innerstädtischen Spaziergang unter dem Titel „BTHVN Story“ wurden elf weitere Stationen im Rhein-Sieg-Kreis errichtet. Die „BTHVN Region“ umfasst Ausflugsziele wie den Drachenfels oder die Benediktiner-Abtei Michaelsberg, wo Beethoven als Kind gern auf der Orgel musizierte. Eine wahre Ode an die Freude. Ta-ta-ta-Taaaa!

Und so kommt ihr mit der Bahn zu Beethoven: Anreise planen.

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Natur und Kultur für Klein und Groß im Sauerland

Mitten im Wald liegt ein riesiger Felsquader, umrahmt von einem Kreis aus Buchen. „Stein-Zeit-Mensch“ heißt das Werk von Nils-Udo, dessen Naturinstallationen aus Sand, Steinen und Stämmen stets an versteckten Orten platziert sind. Wie hier auf einer Lichtung bei Kühhude. Der Waldskulpturenweg am Rothaarkamm zwischen Bad Berleburg und Schmallenberg gehört zu den thematisch besonderen Routen der Sauerland-Spuren. Das sind Rundwandertouren, die mal die Natur, mal ein bestimmtes Thema in den Fokus rücken. So erfahrt ihr bei den „Grenzgeschichten hautnah“ interessante Anekdoten aus der Region zwischen Sauerland und Wittengenstein. Bei der Bergbauwanderung in Ramsbeck geht’s auf knapp zehn Kilometern entlang Baudenkmälern, alten Stollen und Relikten.

Mehr Lust aufs Grüne? Auf dem Naturweg Kahler Pön marschiert ihr vorbei an Beerenstrauchheiden und Bergmähwiesen durch eine der wenigen noch verbliebenen Hochheiden des Sauerlands. Ein Rundweg mit zwölf Stationen – und einem traumhaften Blick über die Medebacher Bucht.

Und so kommt ihr mit der Bahn nach Bad Berleburg: Anreise planen.

Titelbild: Das Wanderland NRW bietet Wasser, Wald und die schönsten Naturparke © Tourismus NRW e.V.

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