Ein Board, ein Paddel, ein See: Mehr braucht ihr zum Stand-up-Paddling (SUP) nicht. Der am schnellsten und einfachsten zu erlernende Wassersport ist Abenteuer, Naturerlebnis und Ganzkörpertraining zugleich. Und deshalb voll im Trend. Wir stellen euch die schönsten SUP-Touren auf Bayerns Seen vor.

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Eibsee: Malediven-Feeling mit Gletscherblick

Der Eibsee hat, was kein anderer See in Deutschland zu bieten hat: In seinem glasklaren Wasser spiegelt sich die Zugspitze und acht kleine Inselchen leuchten mit hellen Stränden heraus. Die Lage in einem Landschaftsschutzgebiet am Fuße unseres höchsten Berges, rund zehn Kilometer von Garmisch-Partenkirchen entfernt, macht diese Kulisse einmalig. Stand-up-Paddler finden an dem auf 1000 Metern Höhe gelegenen Bergsee paradiesische Verhältnisse vor (auch einen SUP-Verleih), denn Motorboote, Schlauchboote und Kanus sind verboten. Auch Schwimmer sind in dem 2,5 Kilometer langen und rund 850 Meter breiten See nur wenige unterwegs, denn die Wassertemperatur bleibt selbst im Hochsommer erfrischend - um die 20 Grad. Dafür wärmt der Blick aufs Wettersteingebirge Herz und Seele.

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Kochelsee: Durchs „Blaue Land“ gleiten

Wenn euch kühlere Wassertemperaturen nicht schrecken, findet ihr am Kochelsee ein wunderbares SUP-Revier
Wenn euch kühlere Wassertemperaturen nicht schrecken, findet ihr am Kochelsee ein wunderbares SUP-Revier © kentauros - stock.adobe.com

Perfekte Größe, um eine große Runde zu paddeln: Der Kochelsee ist 3,5 Kilometer lang und 3,5 Kilometer breit. Die Landschaft fasziniert mit schroffen Berghängen im südlichen Teil und dem flachen Voralpenland im Norden sowie vielen Schilfgrasflächen. Den 70 Kilometer südlich von München gelegenen See liebten auch bekannte Maler wie Franz Marc, Gabriele Münter und Wassily Kandinsky. Sie gaben der Gegend um den See wegen ihrer bläulichen Farb- und Lichtstimmungen den Titel das „Blaue Land“. Das tiefblaue Wasser des Kochelsees, mehrere Einstiegsstellen wie etwa in Schlehdorf und Kochel sowie Verleihstationen machen Stehpaddeln hier zum Vergnügen für die ganze Familie. Achtung: Als einziges Motorboot tuckert der Kochelseedampfer über den See, ein Ausflugsschiff.

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Walchensee: Auf dem Gebirgssee der Superlative

Vom Kochelsee führt eine Passstraße über den Kesselberg zu seinem großen Bruder, dem Walchensee. Dieser ist zugleich der größte und mit knapp 200 Metern tiefste Gebirgssee der Republik. Weitere Superlative: Der Walchensee ist von 27 Kilometern unbebautem Ufer umgeben und wird von Jochberg, Herzogstand und dem Karwendelgebirge eingerahmt. Ein hoher Anteil an Kalziumkarbonat verleiht ihm seine unwirklich schöne, türkis-grüne Färbung. Es gibt etliche Badeplätze und auch SUP-Verleihs. Achtung: Auf dem Wasser sind zur Mittagszeit oft viele Wind- und Kitesurfer unterwegs, die die lokalen Thermikwinde nutzen. Ein bisschen Kultur könnt ihr auf der SUP-Tour zum Wikingerdorf „Flake“ mitnehmen. Das Filmkulissendorf liegt direkt am Ufer zwischen der Badewiese beim Café Bucherer und dem Wasserwachtgelände. Es war Teil des Filmsets von Michael Bully Herbigs Film „Wickie und die starken Männer“.

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Tegernsee: Bilderbuchlandschaft und Bräustüberl

So schön kann Bayern sein – unterwegs mit dem SUP auf dem Tegernsee
So schön kann Bayern sein – unterwegs mit dem SUP auf dem Tegernsee © fottoo - stock.adobe.com

Ein Klassiker für Stehpaddler ist der Tegernsee. Sein kristallklares Wasser hat Trinkwasserqualität, bedingt durch die vielen Zu- und Abflüssen aus den umliegenden Bergen. Das bedeutet aber auch: Die Wassertemperatur steigt selten über 20 Grad. Auf dem SUP-Board dürfte euch das egal sein. Schließlich gleitet ihr durch eine Landschaft wie aus einem blau-weißen Bilderbuch: Unter euch glitzerndes Wasser, neben euch bewaldete Berghänge, vor euch der Gipfel des Wallbergs und um euch herum Kirchturmspitzen und alpenländischer Chic. Das Besondere am Tegernsee ist, dass ihr dank der vielen öffentlichen Strände und Stege sowohl mit eigenem Material als auch mit Leihausrüstung leicht ins Wasser gelangt. Packt ein bisschen Geld ein, denn auf einer Tour über den 6,5 Kilometer langen und 1,4 Kilometer breiten See ist ein Stopp im Biergarten des Klosters Tegernsee ein Muss. Hier wird wie seit Jahrhunderten das berühmte Tegernseer Bier gebraut. Wenn ihr nur wenig Zeit habt, aber alle Highlights sehen wollt, dann ist eine der geführten SUP-Touren genau das Richtige.

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Schliersee: Magische Anziehungskraft mit Bergpanorama

Auf dem Schliersee findet ihr beste SUP-Bedingungen vor
Auf dem Schliersee findet ihr beste SUP-Bedingungen vor © Jürgen Fälchle - stock.adobe.com

In einem Tal östlich des Tegernsees liegt der Schliersee, auf 777 Metern Höhe in den Bayerischen Voralpen. Mit einer Länge von 2,5 Kilometern und 1,3 Kilometern Breite ist er nicht besonders groß, dafür auch selten überlaufen. Besitzt ihr euer eigenes Board, könnt ihr an mehreren Badeplätzen ins Wasser gehen. Schön flach ist beispielsweise der Einstieg am südöstlichen Ufer beim Bootsverleih. An Verleih-Stationen wie am Nordufer oder beim Minigolfplatz gibt es SUP-Equipment zu mieten, inklusive Einführungskursen. Und wenn ihr in See stecht, paddelt ihr garantiert auf die Insel Wörth zu, denn sie übt magische Anziehungskraft auf Stand-up-Paddler aus.

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Waginger See: Wo das Reinfallen Spaß macht

Scheu vorm kalten Wasser? Dann seid ihr am Waginger See richtig. Denn der See im östlichen Landkreis Traunstein gilt mit Wassertemperaturen bis zu 27 Grad als einer der wärmsten Oberbayerns. Den 6 Kilometer langen und 1,7 Kilometer breiten See per SUP zu erkunden, macht auch deshalb so viel Spaß, weil er mit dem Tachinger See verbunden ist. Zu diesem könnt ihr unter einer Brücke durchpaddeln. Fünf Strandbäder und etliche Campingplätze bieten ideale Voraussetzungen fürs Stehpaddeln mit Blick auf die Chiemgauer Berge. Achtung: Bitte haltet zu den Seerosenfeldern Abstand, denn hier leben Schleien. Die goldene Regel für Wassersportler lautet: Mindestens 100 Meter Abstand zu den Kinderstuben von Vögeln, Fischen und Amphibien halten.

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Die großen Drei: Chiemsee, Ammersee und Starnberger See

Die bekanntesten bayerischen Seen – Chiemsee, Ammersee und Starnberger See – sind natürlich auch Top-SUP-Reviere. Doch Wassersport ist auf ihnen nicht uneingeschränkt möglich. Gründe dafür sind Naturschutzgebiete und Winterruhezonen für Wasservögel. Deshalb müsst ihr euch genau informieren, an welchen Abschnitten und zu welcher Jahreszeit Stand-up-Paddling erlaubt ist. Passagierschiffe, Motorboote, viele Segelboote, Kite- und Windsurfer sowie Schwimmer erfordern auf den bei Münchnern so beliebten Seen zudem einiges an Aufmerksamkeit – und Abstand. Wenn ein 60 Meter langes und 400 Tonnen schweres Schiff wie die MS Seeshaupt am Starnberger See an euch vorbeifährt, sind die Wellen nicht zu unterschätzen. Am besten kniet ihr euch kurz auf das Board und genießt den Blick Richtung Berge. Der Vorteil der großen Schiffe ist, dass ihr sie als Transportmittel für große Touren einplanen könnt. Zu den SUP-Highlights beispielsweise auf dem Chiemsee gehören Touren zur Frauen- und Herreninsel. An Land gehen rentiert sich, denn auf der Fraueninsel gibt es wunderschöne Biergärten, ein jahrhundertealtes Benediktinerinnen-Kloster und viele Künstler. Auf der Herreninsel lockt das Schloss Herrenchiemsee, der Versailles-Nachbau des bayerischen Märchenkönigs Ludwig II.

Titelbild: Unbedingt mal ausprobieren – mit dem SUP auf einem der bayerischen Seen in den Sonnenuntergang fahren © mmphoto - stock.adobe.com

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