Von rauschend und wild bis einsam und still: Bayerns Flüsse und Seen sind so vielseitig wie das Land selbst und einfach ideal für eine kühle Auszeit. Hier verraten euch sechs Bayern-Botschafter ihre Lieblingsplätze am Wasser. Und erzählen, was sie dort am liebsten unternehmen. Unser Video gibt schon mal erste Eindrücke.

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Tatjana Falk: Paddeln durch die Isar-Wildnis

Die Wildnispädagogin Tatjana Falk bietet seit 2008 Kurse in ihrer Natur- und Wildnisschule Waapiti in Starnberg bei München an. Auch ihre Freizeit verbringt sie am liebsten draußen in der unberührten Natur. Zum Beispiel beim Kanufahren auf der Isar.

Vor allem der Isar-Abschnitt zwischen Königsdorf und dem Sylvensteinsee ist für Tatjana Naturerlebnis pur. „Auf der Tour befahrt ihr Flussabschnitte, wie man sie in Deutschland gar nicht vermuten würde. Die Landschaft ist wild und atemberaubend schön“, schwärmt die Pädagogin. Besonders gut gefällt ihr die Isar ganz an ihrem Ursprung, in den Bayerischen Alpen. Dort ist sie wild und voller Verzweigungen, wird immer wieder von Sand- und Kiesbänken unterbrochen, an denen man baden, entspannen und ganz für sich sein kann. Tatjanas zweitliebster Platz ist die Stelle, an der die Isar in den Sylvensteinspeicher fließt. “Oft kommt Rotwild, das in den Bergen lebt, hier bis ans Wasser herunter.” 

Weiter in Richtung München empfiehlt Tajana einen Zwischenstopp in Kloster Schäftlarn. Kanu an Land ziehen und im Klosterbräustüberl einkehren! Das Angus Rind auf der Karte wird auf den Wiesen direkt nebenan gezüchtet. Tipp für alle, die kein eigenes Kanu besitzen: An vielen Plätzen entlang der Isar lässt sich eines ausleihen.

Von ihrer Tour über die Isar erzählt Tatjana hier noch mehr.

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Tatjana Falk: Mit den Kids zum Maisinger See

Als Wildnispädagogin ist Tatjana vor allem mit Kindern unterwegs. Sie weiß, was den Kids Spaß macht - und hat deshalb auch den perfekten Ausflugstipp für Familien: einen Tag am Maisinger See. Der beginnt am besten mit einer Wanderung, denn bereits auf dem Weg zum See gibt es viel zu entdecken: "Familien können in Starnberg losgehen und durch die Maisinger Schlucht zum See laufen. Der Weg führt am Meisinger Bach entlang und liegt die ganze Zeit im Schatten. Schlucht und Bach sind für die Kleinen ein einziger großer Abenteuerspielplatz", erzählt sie. "Kinder können gut am Bachufer spielen, denn es gibt keine große Strömung. Dafür jede Menge Kies- und Sandbänke, wo sie mit angeschwemmten Steinen und Sand spielen, Burgen bauen oder aus Ästen, Rinde und Blättern Bötchen konstruieren können. Außerdem begegnen sie dort der heimischen Tierwelt in Form von Fischen, Fröschen oder Libellen." Die Wanderung durch die Schlucht dauert etwa eine Stunde. 

Am See angekommen, können die Kinder nach Herzenslust planschen, denn der See ist ein richtiger Badesee.  “Überall am  Ufer wurden Stege und Treppen angelegt, so dass man auch mit Kindern leicht ins Wasser kommt. Ein großer Spaß und eine tolle Abkühlung für Groß und Klein."

Hier erzählt sie noch mehr über die Wanderung.

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Sophie Mische: Radeln zum eiskalten Bergsee

Wenn die 22-jährige Sophie Mische nicht gerade in ihrer Werkstatt an der Töpferscheibe sitzt, verbringt sie ihre Zeit am liebsten in der Natur rund um ihren Heimatort Ofterschwang im Allgäu. Hier findet sie Inspiration und sammelt Ideen für ihre Keramik-Kunst. Tipps für Urlaubsgäste? Da hätte sie so einiges! Die Seen zum Beispiel. Es gibt ja so viele in der Nähe von Ofterschwang. Freibergsee, Christlessee, Großer Alpsee, Auwaldsee.... Sophie kennt sie alle und hat für jede Laune, jede Stimmung ihren ganz bestimmten Lieblingssee.  

Darf es an heißen Sommertagen etwas Abkühlung sein? Dann radelt Sophie zum knapp 45 Minuten entfernten Großen Alpsee bei Immenstadt. Dort kann man nicht nur im Strandbad mit schöner Liegewiese (sonnen)baden, sondern auch SUPs oder lustige Tretboote in Form von Autos ausleihen. „Wenn ihr die Kondition und die Kraft dazu habt, fahrt ruhig mal weiter auf den See hinaus”, rät Sophie. “Das ist ein echtes Erlebnis mit wunderschönem Blick!”

Ist sie dagegen richtig sportlich drauf, schwingt sich Sophie auf ihr Bike und fährt auf dem Iller-Radweg in Richtung Oberstdorf. „Die Strecke ist wirklich schön. Sie folgt die ganze Zeit der Iller und bietet dabei tolle Ausblicke“, schwärmt sie. Perfekt für den Zwischenstopp: Etwa auf halber Strecke liegt das Dorf Fischen. “Dort gibt es gleich drei super Eisdielen und diverse Lokale für den Hunger auf Herzhaftes”, berichtet die junge Kunsthandwerkerin. In der Nähe von Oberstdorf führt der Radweg dann am Christlessee vorbei. Der hinreißend von Bergen umstandene kleine See erwärmt sich auf maximal fünf Grad. Zum Baden nicht wirklich ideal, aber der Christlessee besitzt andere Vorzüge. Zum Beispiel ein kleines Ufer-Café, in dem man gemütlich einkehren und essen kann. Übrigens: Die Kässpatzen werden in Sophies handgemachten Schüsseln serviert.

Mehr Berg-See-Tipps findet ihr hier.

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Andreas Hemmeter: Kitesurfen in fränkischer Brise

Der Weißenburger Werkzeugmacher ist der Erfinder von “Mei Leni”, einer tragbaren Rückenlehne. Weil man sich dabei beim Biergarten- oder Festzeltbesuch gemütlich anlehnen kann, macht die bayerische Festkultur jetzt noch mehr Spaß. Das Städtchen Weißenburg liegt nicht weit vom Fränkischen Seenland entfernt, wo Andreas am liebsten seine Freizeit verbringt. Vor allem an den Kleinen und den Großen Brombachsee zieht es den begeisterten Kitesurfer und Wakeboarder.

Manchmal macht der Werkzeugbauer einfach mittags schon Feierabend und flitzt zu seinem Lieblingssee im Fränkischen Seenland, dem Großen Brombachsee. Am langen Sandstrand zwischen Enderndorf und Allmannsdorf pumpt er dann seinen Kite auf. Kitesurfen ist die große Sommerleidenschaft von Andreas Hemmeter. Vor allem am Großen Brombachsee. „Nirgendwo sonst in Bayern hast du so guten und konstanten Wind“, schwärmt er.

Ab und an nimmt Andreas auch die ganze Familie mit zum langen Sandstrand mit seinen schönen, kleinen Buchten, an denen man wunderbar relaxen kann. Weil das Ufer flach ist, können auch Kinder sicher spielen und plantschen. Mehr Action herrscht im Segelhafen bei Enderndorf. Dort legt auch die große, dreistöckige Fähre Trimaran an, mit Platz für 750 Fahrgäste. Andreas verrät noch seine liebste Einkehr-Adresse: „Gutes Essen mit richtig schönem Ausblick kriegt ihr im Strandhaus Enderndorf.”

Wolltest du immer schon mal das Kiten ausprobieren? Andreas empfiehlt für erste Versuche die Kitesurf-Schule in Allmannsdorf. In der Gegend gibt es aber noch zwei bis drei weitere Anbieter von Kite- und Surfkursen. Dort kann man auch das Material ausleihen.

Wenn Andreas nicht am Kite hängt, flitzt er gerne im Wakepark Brombachsee über das Wasser. Wieviel Spaß das macht, erzählt er hier im Video. Und noch mehr Wassertipps von ihm gibt's hier.

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Andreas Hemmeter: Entspannte Kanufahrt auf der Altmühl

Auch wenn Andreas gerne sportlich unterwegs ist, darf es bei ihm auch mal gemächlicher zugehen. Zum Beispiel bei einer Kanutour durch das Altmühltal. Die Altmühl ist der Fluss mit dem geringsten Gefälle in Bayern und gehört zu den besonders langsam fließenden Flüssen Deutschlands. Das macht sie ideal für eine entspannte Fahrt mit dem Kanu. "Wir starten meist in Pappenheim", erzählt Andreas. "Dort leihen wir das Kanu aus und fahren einfach solange flussabwärts, wie wir Spaß haben. Dann rufen wir den Bootsverleih an, der uns wieder abholt. Und es ist eine richtig schöne Tour. An der Altmühl gibt es einige regionale Bootsverleihe, bei denen ihr euch ganz einfach ein Kanu, Boot oder Kajak ausleihen könnt.” Schön für ein kleines Pausen-Picknick unterwegs: die vielen Sandbänke, auf die man unterwegs trifft. 

Welche Aktivitäten Andreas noch im Altmühltal empfiehlt, erzählt er hier.

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Teresa Deufel: Aperitif mit Bodensee-Blick

Teresa Deufel produziert auf dem familieneigenen Hof Bio-Weine aus Trauben, die an den Lindauer Hängen am Bodensee heranwachsen. Teresa liebt ihre Heimat – und natürlich den Bodensee. Hier zeigt sie euch ihre Lieblingsplätze am Wasser.

Im Sommer ist Teresa häufig schon vor Sonnenaufgang unterwegs. Mittags kann es im Weinberg nämlich ganz schön heiß werden. Zum Glück ist die Abkühlung – sprich: der Bodensee – nie weit. An seinen Ufern lässt sich prima entspannen. Zum Beispiel im Strandbad Lindenhof, einem alten Naturschwimmbad aus den 70er-Jahren. Dort gibt es einen witzigen kleinen Kiosk. „Auch abends mit einer Currywurst und einem Glas Wein oder Bier am Ufer zu sitzen, ist ein einfaches Vergnügen, aber total schön“, schwärmt die junge Winzerin.

Zum Feiern geht Theresa gerne ins Haus am See. Das Restaurant und Hotel wird von einem Freund von ihr geführt, Valentin Knörle. Das kleine Hotel liegt direkt am See und hat eine phantastische Küche. Wenn Theresa es sich dagegen etwas ruhiger wünscht, zieht sie sich an einen ihrer beiden Lieblingsplätze zurück. Der eine liegt mitten in ihrem Weinberg. Dort steht eine Hütte, von dem man einen tollen Ausblick über den ganzen See hat. Der andere Lieblingsort gehört ihr ganz allein: Er liegt am Bodenseeufer, direkt hinter ihrem Haus.

Noch mehr Lieblingsplätze von Teresa rund um den Bodensee gibt's hier.

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Hanse Wenzl: Die Stille am Großen Arbersee

Beim traditionellen „Wolfauslassen“ im November führt Johann “Hanse” Wenzl eine Gruppe von Männern und Frauen an, die unter viel Kuhglocken-Geschepper durch Langdorf im Bayerischen Wald ziehen. In den Sommermonaten dagegen ist Hanse in seiner Heimat unterwegs. Zum Beispiel am Großen Arbersee. Hier verrät er, warum es ihm dort so gut gefällt.

Der perfekte Tag am Großen Arbersee beginnt für Hanse Wenzl entweder früh morgens oder am späten Nachmittag. Wenn nur wenige Leute unterwegs sind und es schön ruhig ist. Die 15 Kilometer von seinem Heimatort Zwiesel legt Hanse am liebsten mit dem Mountainbike zurück. Zur Abkühlung ins Wasser springen darf er nach der anstrengenden Fahrt aber nicht: Der Arbersee, ein eiszeitlicher Karsee mitten im Bergwald, liegt in einem Naturschutzgebiet. In einem Seeabschnitt ist aber Tretbootfahren erlaubt, ein guter Tipp,  weil sich - findet Hanse - die Arberseewand vom Wasser aus nochmal viel eindrucksvoller präsentiert. Direkt am Ufer liegt das Arberseehaus, ein Restaurant, das des Fürstenhaus Hohenzollern gehört. „Die Küche legt Wert auf Regionalität und der Blick von der Terrasse auf den See ist wunderbar“, verrät Hanse.  

„Den schönsten Blick auf den Großen Arbersee hat man vom Mittagsplatzl“, empfiehlt der Zwieseler zum Abschied. Der Aussichtspunkt liegt eine etwa 90-minütige Wanderung vom See entfernt. Am schönsten ist es hier frühmorgens bei Sonnenaufgang oder abends bei einem kühlen Bier. 

Wenn Hanse nicht am Wandern oder Mountainbiken ist, fährt er gerne mit dem Kanu über den Schwarzen Regen. Wie schön diese Tour ist, könnt ihr im Video sehen. Und hier erzählt er noch ausführlicher davon.

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Muk Röhrl: Mit dem Schiff auf der Donau unterwegs

Muk Röhrl betreibt in Eilsbrunn in Ostbayern die Gaststätte Röhrl, das ältestes Wirtshaus der Welt. Wenn er sich nicht um seine Gäste kümmert, geht er gerne wandern oder radfahren. Zum Beispiel an der Donau, dem zweitlängsten Fluss Europas, der allein in Bayern 440 Kilometer zurücklegt - und nur vier Kilometer von Muk Röhrls Wirtshaus entfernt vorbeifließt. 

Ein Teil von Muks Lieblings-Radl-Strecke zwischen Eilsbrunn und Regensburg führt direkt an der Donau entlang. Erst radelt Muk an der Schwarzen Laaber entlang bis nach Sinzing an der Donau. Dort klinkt er sich in den Donauradweg ein bis nach Regensburg. “Hier in der Umgebung gibt es auch sonst richtig viele Radwege”, schwärmt er. In Regensburg selbst mit seiner von der UNESCO zum Welterbe erklärten Altstadt bummelt der Wirt an schönen Tagen gern durch die Gassen. „Die Altstadt hat dann ein sehr mediterranes Flair“, findet Muk. 

In Regensburg starten auch Schiffsfahrten auf der Donau. “Ein tolles Erlebnis für die ganze Familie ist eine Fahrt mit der Siebnerin, einem historischen Holzschiff, das wie die Salzhandelskähne ausschaut, die früher auf der Donau unterwegs waren”, empfiehlt Muk. Landschaftlich gerade sensationell seien dagegen die Schiffsfahrten zum Donaudurchbruch und nach Kloster Weltenburg.

Einer der schönsten Aussichtspunkte auf die Donau liegt für Muk zwölf Kilometer von Regensburg entfernt. Dort erhebt sich hoch über dem Fluss die Walhalla, eine monumentale Gedenkstätte in Form eines Tempels. Zwischen den riesigen Säulen findet man immer ein Plätzchen, um den einzigartigen Blick aufs Donautal zu genießen.

Seine Lieblingsplätze am Donauradweg verrät Muk hier.

Sylvensteinspeicher

Maisinger See

Gemeinde Ofterschwang

Großer Brombachsee

Altmühltal

Lindau am Bodensee

Großer Arbersee

Regensburg

Titelbild: Töpferin Sophie Mische ist früh aufgestanden. Und zum Geisalpsee gewandert © www.bayern.by - Gert Krautbauer