Drei Städte an einem Wochenende: Ein sportliches Vorhaben, das viel Abwechslung verspricht. Und die Ziele liegen gar nicht weit voneinander entfernt. Von Düsseldorf nach Köln sind es etwa 50 Kilometer, von Köln nach Bonn knapp 30. Gerade in den warmen Jahreszeiten lassen sich diese Strecken wunderbar mit dem Fahrrad zurücklegen. Eine Straßenkarte benötigt ihr dafür nicht, der Rhein weist euch den Weg.

Düsseldorf

Köln

Bonn

Freitag Nachmittag: Ankommen in Düsseldorf

In die Landeshauptstadt von NRW gelangt ihr umweltfreundlich und entspannt mit der Bahn. Aber Achtung: Nicht in jedem Zug ist eine Fahrradmitnahme möglich, und die Plätze sind schnell vergriffen. Kümmert euch also im Voraus um die Fahrradfahrkarte und die Stellplatzreservierung für euer Rad.

Da für dieses Wochenende drei Städte auf dem Plan stehen, empfehlen wir euch, vor dem Nachmittag anzureisen. So könnt ihr euch nach der Ankunft in eurem Quartier frisch machen, das Gepäck ablegen und euch gemütlich Richtung Königsallee aufmachen.

Denn auch falls Gucci, Chanel und Escada nicht zu eurem Modegeschmack gehören, ist ein Spaziergang auf der Königsallee ein Muss. Die etwa einen Kilometer lange Shoppingmeile gilt als meistbesuchte Luxusstraße in Deutschland. Auf der „Kö“ macht es nicht nur Spaß, die toll gestalteten Schaufenster zu bewundern. Auch die Kunden sind echte Hingucker, da sie hier Shopping und Catwalk miteinander verbinden.

Wer es alternativer mag, ist in Düsseldorfs Szeneviertel Flingern gut aufgehoben. Große Wandmalereien verzieren die Häuser. Kleine Läden führen besonderen Schmuck und Accessoires. Und auch das ein oder andere Design-Café findet ihr hier.

Freitag Abend: Abstecher nach Fernost und ein Feierabendbier im Hafen

Düsseldorf wird auch die „japanische Metrolope am Rhein“ genannt. Um die 7000 Japaner leben hier und haben ihre Kultur gleich mitgebracht. Rund um die Immermannstraße liegen bunte Einkaufsläden und die besten japanischen Restaurants Deutschlands. Hier gibt es alles, von gefüllten Teigtaschen bis zu heißen Nudelsuppen, Sushi und Teppanyaki. Küche auf (Michelin-)Sterneniveau wird zum Beispiel im Nagaya serviert. Liebhaber der Ramen- und Udonsuppen werden im Restaurant Takumi fündig.
Seid ihr sehr hungrig, solltet ihr einen kleinen Snack einpacken. Vor den Restaurants bilden sich gerne lange Schlangen.

Ein beliebter Feierabend-Treffpunkt ist der Düsseldorfer Medienhafen. Zwischen Industriebauten und außergewöhnlichen Bauwerken liegen angesagte Bars, Clubs und Cafés. Ob ihr euch in eine Bar setzt, ans Rheinufer oder einfach nur zwischen den architektonisch beeindruckenden Gebäuden spazieren geht – am Medienhafen könnt ihr den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Samstag Vormittag: Lunchpaket und Mittelalter

Heute geht es früh aus den Federn. Um euch die 50 Kilometer lange Fahrt zu versüßen, solltet ihr unbedingt vorher auf den Markt gehen. Auf dem Carlsplatz bieten etwa 60 Stände von Montag bis Samstag ihre Waren an. Fünf Bäckereien, neun Feinkostläden, sieben Obst-und Gemüsestände und 18 Gastronomien gehören dazu – hier findet jeder den passenden Reiseproviant. Und jetzt auf in die Sattel, es geht Richtung Süden.

Legt ihr die knapp 50 Kilometer lange Strecke auf dem Rheinradweg ohne Pause zurück, benötigt ihr bis Köln etwa drei Stunden. Entlang des Weges gibt es jedoch einiges zu sehen. Zum Beispiel das barocke Schloss Benrath im Süden Düsseldorfs. Das wunderschöne Anwesen war einst die Sommerresidenz des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz und beherbergt heute das Museum für Europäische Gartenkunst. Im Sommer finden in der Anlage Konzerte und andere Veranstaltungen statt.

Der Rheinradweg verläuft auf beiden Seiten des Rheins und ist mit dem blauen Rheinradler ausgeschildert. Über Brücken und mit Fähren könnt ihr immer wieder die Seite wechseln.

Mit der Fähre erreicht ihr auch das nächste Ziel. Das hübsche Städtchen Zons, das nur wenige Kilometer südlich von Schloss Benrath liegt. Mit ihrer gut erhaltenen Befestigungsanlage aus dem 14. Jahrhundert ist Zons ein echter Genuss für alle Mittelalter-Fans. Auch die engen Gässchen, die Straßenzüge mit ihren Wachtürmen und der weitläufige Blick über die Rheinauen bilden einen schönen Kontrast zur modernen Landeshauptstadt.

Köln am Nachmittag: Schokoladenträume und andere Köstlichkeiten

Sobald die beiden Türme des Kölner Doms zu sehen sind, ist das ersehnte Ziel nicht mehr weit. Also nichts wie ins Hotel, frisch machen und raus ins Großstadt-Getümmel. Wollt ihr nach der Fahrt erstmal in ruhiger Umgebung entspannen, solltet ihr in Kölns Botanischem Garten vorbeischauen. Im Café „Dank Augusta“ gibt es von Mittagessen, über Kaffee und Kuchen bis zum Sundowner alles – und zwar ganz besonders serviert. Ihr bekommt eine eigene Picknicktasche, die ihr an der Bar bestücken könnt. Zur Auswahl stehen regionale und saisonale Gerichte, hausgemacht und frisch in Gläser verpackt. Mit den gepackten Körben könnt ihr euch dann auf der sonnigen Südterrasse ein schönes Plätzchen suchen und euch für die Radtour belohnen.

Natürlich gehört zu einem Köln-Besuch auch ein Abstecher zum Kölner Dom, er hat euch schließlich schon von weitem gewunken. Das UNESCO-Weltkulturerbe ist eine der bedeutendsten Wallfahrtskirchen Europas und hat jährlich etwa sechs Millionen Besucher. Ein Anziehungspunkt ist sicherlich der goldene Dreikönigsschrein, in dem die Gebeine der Heiligen Drei Könige liegen sollen. Die drei Schädel befinden sich seit etwa 900 Jahren im Kölner Dom und zählen zu den bekanntesten Reliquien der Welt. Ein für ein Gotteshaus ungewöhnlicher Anblick ist das Südquerhausfenster, auch Richter-Fenster genannt. Das Kirchenfenster besteht aus insgesamt 11.263 mundgeblasenen Quadraten und wurde vom Künstler Gerhard Richter entworfen. Wollt ihr mehr über den Dom erfahren, könnt ihr an einer der Führungen teilnehmen. Eine davon nimmt euch mit auf die Dächer des Gotteshauses.

Wer es hip mag, ist in Kölns Belgischem Viertel am westlichen Rand der Innenstadt gut aufgehoben. Hier gibt es spannende Souvenirläden und coole Boutiquen. Das Besondere: Viele der angebotenen Waren sind made in Köln. Seid ihr nach dem Besuch im Botanischen Garten noch hungrig, könnt ihr euch am Brüsseler Platz einmal um den Globus essen. Hier gibt es von der peruanischen bis zur vietnamesischen Küche alles, was das Herz begehrt.

Sollte das Wetter nicht mitspielen, muss das kein Grund für schlechte Laune sein. Im Gegenteil, denn in Köln gibt es einen wunderbaren Ort namens Schokoladenmuseum. Es ist täglich geöffnet und nimmt euch mit auf eine Reise durch die 5000-jährige Geschichte der süßen Sünde. Und selbstverständlich gibt es auch einiges zu probieren. Frisch hergestellte Nappos zum Beispiel, mit Nougat gefüllte Schokoladenrauten, die von einem hilfsbereiten Roboter per Knopfdruck serviert werden.

Köln am Abend: Romantik auf Kölsch

Ob ihr das Kölsch im Gassengewirr der Altstadt trinkt, in einer Eckkneipe im Veedel oder am Rheinufer mit Blick auf den beleuchteten Dom, ist letztendlich egal. Hauptsache, ihr gönnt euch diesen Moment. Denn spätestens jetzt wird auch euer Herz in Köln ankommen.

Sonntag Vormittag: In Brühls Schlössern die Zeit vergessen

Bonn wartet auf euch! Und auf der 30 Kilometer langen Strecke liegen einige Sehenswürdigkeiten, die euren Zeitplan ziemlich durcheinander bringen könnten. In Kölns Rheinauhafen beugen sich die imposanten Kranhäuser über den Rhein und euren Radweg. Die drei Gebäude wurden den historischen Lastenkränen des Hafens nachempfunden und beherbergen Büros, Restaurants und Wohnungen.

Ewa auf der Hälfte der Strecke zwischen Köln und Bonn liegen die Schlösser Augustusburg und Falkenlust. Die Prachtbauten stehen in Brühl, etwa fünf Kilometer vom Rheinradweg entfernt, und sie sind zauberhaft. Ein Kölner Kurfürst und Erzbischof ließ dort im 18. Jahrhundert eine Sommerresidenz (Augustusburg) und ein Jagdschloss/privates Refugium (Falkenlust) erbauen. Auf dem riesigen Anwesen mit seinen prächtigen Bauwerken, den Gärten und weitläufigen Parkanlagen, lässt sich die Zeit schnell vergessen.

Sonntag Nachmittag in Bonn: Bootfahren und Beethoven

Zieleinfahrt in der ehemaligen deutschen Hauptstadt Bonn: Stellt euer Fahrrad am Hauptbahnhof ab und schließt das Gepäck in ein Schließfach ein. Bis zum bekannten Bonner Münster sind es nur wenige Gehminuten. Auch der riesige Haribo-Shop ist nicht weit! Ja, ihr habt richtig gelesen, ein Laden nur mit Haribo-Süßigkeiten. Denn die Leckereien wurden hier in Bonn erfunden.

Ein Muss für Musikbegeisterte ist das Beethoven-Haus. Der Komponist Ludwig van Beethoven wurde 1770 in Bonn geboren. Sein Geburtshaus in der Bonngasse 20 ist eine wahre Pilgerstätte für Klassikfans und beherbergt die größte Beethoven-Sammlung der Welt.

Wer jetzt noch einen Kopf für Kultur hat, kann der Bundeskunsthalle im Süden der Stadt einen Besuch abstatten. Ein Besuch lohnt sich aber auch noch aus einem anderen Grund: Auf dem Dach der Kunsthalle wurde nämlich ein knapp 8000 Quadratmeter großer Garten angelegt. Hier könnt ihr wunderbar umher spazieren, entspannen und Skulpturen bewundern.

Wer zu dem Grün noch etwas Wasser möchte: Der Rheinauenpark liegt nur wenige Meter weiter südlich. Mit seiner Fläche von 160 Hektar ist der Park fast so groß wie die Bonner Innenstadt. Schnappt euch ein Boot und fahrt damit über den Auensee, oder spaziert nochmal eine letzte Runde am schönen Rhein entlang, bevor es mit dem Zug zurück in die Heimat geht.

Tipps zum Schluss:

Für alle, die lieber auf dem Rhein fahren möchten: Die drei Städte lassen sich auch über den Wasserweg erreichen. Diese Art des Reisens ist ideal für alle, die es entspannt angehen wollen. Die Schifffahrt von Düsseldorf nach Köln zum Beispiel dauert zwischen drei und sechs Stunden.

Ihr könnt die von uns vorgeschlagene Route natürlich auch mit dem Zug zurücklegen. Falls ihr die jeweiligen Städte trotzdem gerne mit dem Rad entdecken möchtet, könnt ihr euch bequem per App ein Fahrrad ausleihen. Zum Beispiel bei diesem Anbieter.

Titelbild: Von der gegenüber liegeden Rheinseite hat man einen tollen Blick auf den Kölner Dom © Johannes Höhn

In Zusammenarbeit mit Tourismus NRW e.V.

Gründe für einen Urlaub in Nordrhein-Westfalen gibt es jede Menge – die lebendigen Städte, die alten Schlösser und Burgen und die einzigartige Natur sind nur ein paar davon.

 

gefördert durch

Weitere Artikel aus Nordrhein-Westfalen