Hört man zum ersten Mal vom „Westfälischen Versailles“, ist man noch geneigt, milde zu lächeln. Steht man dann allerdings erstmals VOR der barocken Schlossanlage rund 25 Kilometer von Münster entfernt, dürften sich die Zweifel in Bewunderung auflösen …

Mit der Bahn nach Nordkirchen: Anreise planen

Die erste Frage, die einem in den Sinn kommt, ist so banal wie berechtigt: Wer zum Teufel konnte sich diesen Prachtbau denn nur leisten? Das Wasserschloss im südlichen Münsterland auf dem Gebiet der Gemeinde Nordkirchen ist … nun … groß. Sehr groß. Um nicht zu sagen: Die Ausmaße dieser repräsentativen barocken Residenz sind gewaltig.

Wenn man dann noch hört, dass der Bau des Schlosses 30 Jahre (!) dauerte und dass das einzigartige Gebäude ganz folgerichtig mitsamt seinem Park von der UNESCO zum „Gesamtkunstwerk von internationalem Rang“ erklärt wurde, will man erst recht wissen: Ist der französische Sonnenkönig möglicherweise auch mal im Münsterland vorbeigekommen? Keineswegs. Es war der Fürstbischof Ferdinand von Plettenberg, der sich seinen Traum von einer angemessenen Behausung erfüllen wollte. 1734 war sein Schloss fertig, die Gartenanlage gehörte gleich zu den berühmtesten Gärten in ganz Europa. Aber wie das so ist mit den hochfahrenden Plänen: Drei Jahre später starb Ferdinand – hochverschuldet, wie nicht anders zu erwarten.

Die Gäste des beeindruckenden Bauwerks im Münsterland allerdings wissen die Ambitionen des Schlossherren auch heute noch zu schätzen: Die Schlossführungen sind eine Augenweide und werden manchmal auch im Kostüm präsentiert. Noch mehr zu Schlössern und Burgen in Nordrhein-Westfalen findet ihr hier.

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