Wer hätt’s gedacht: Berlin besteht beinahe zur Hälfte aus Grün-, Wald- und Wasserflächen, private Flächen nicht einmal eingerechnet. Wem das nicht ausreicht, der macht einen Ausflug nach Brandenburg, dem immergrünen Vorgarten mit endlosen Möglichkeiten, durch Natur und Wildnis zu schlendern.

Leseprobe aus den Dumont-Eskapaden: 52 kleine & große Eskapaden in und um Berlin

Dieser Artikel stammt aus dem Buch 52 kleine und große Eskapaden in und um Berlin aus dem DuMont Reiseverlag.

Dieses Buch kann nicht einmal ansatzweise einen vollständigen Überblick über die grünen Ausflugsmöglichkeiten in und um Berlin geben, aber es bietet einige Ideen, was in der wohl spannendsten aller Hauptstädte alles möglich ist: Wie wäre es mit einem leckeren Stück Käsekuchen im schönsten Gewächshaus der Stadt, einer wild-witzigen Fahrt mit der Draisine oder einer gemütlichen Hausboottour immer die Havel entlang?

Ob wandern, radeln, paddeln oder in aller Ruhe die Natur genießen: 52 kleine und große Eskapaden machen Lust, die schönsten Ecken in und um Berlin zu entdecken. Für wenige Stunden, einen Tag oder ein Wochenende – unwiderstehliche Ausflüge ins Grüne warten. Froschkonzert mit Kuchen, Fotosafari in der verbotenen Stadt oder mit dem Hausboot in die Wildnis – es ist so einfach, mehr zu erleben als das Bekannte. Also ab nach draußen! Geschrieben von Inka Chall.

 

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Auf dem Drachenberg im Grunewald

Den Teufelsberg, den Schuttberg im Grunewald mit der alten US-Abhörstation obendrauf, kennen alle Berliner. Der Drachenberg, ebenfalls ein Trümmerberg, liegt gleich nebenan, ist aber weniger bekannt. Das ist schade, denn von hier gibt es eine grandiose Aussicht auf die Stadt. Seinen Namen hat der Drachenberg von all den Gleitschirm- und Drachenfliegern, die hier am Wochenende durch die Lüfte schweben. Zu Fuß gelangt man auf verschiedenen Wegen hinauf: Per Waldspaziergang nähert man sich vom S-Bahnhof Grunewald aus über den Teufelsberg, zum Beispiel über die ehemalige Seilbahnstrecke und am Kletterfelsen vorbei. Die Richtung durch den tiefgrünen und teils dicht bewachsenen Grunewald am besten mithilfe von Smartphone-Navigation oder Kompass anpeilen. Es gibt unzählige kleine Trampelpfade, die vom Teufelsberg zum Drachenberg führen. Alternativ steigt man querfeldein auf den Drachenberg. Wer vom Südhang startet, erlebt eine richtige Kraxelpartie, denn der Drachenberg ist hier ordentlich steil. Von Norden aus ist der Anstieg hingegen recht flach.

Die alte Abhörstation der Amerikaner ist vom Drachenberg aus gut zu sehen. Von hier gibt es beste Aussichten auf Mondereignisse wie den Blutmond. © Inka Chall

Viele Wege führen zum Teufelsberg

Wer es, als dritte Variante, direkter und einfacher haben möchte, fährt bis zum S-Bahnhof Heerstraße. Von dort aus geht’s entweder die Teufelsseechaussee entlang bis zum Parkplatz und über die steile Holztreppe zum Ziel. Oder – spannender – man biegt nach ca. 500 Metern von der Straße rechts auf einen der vielen Wege ins Grüne ab. Nach kurzer Zeit gelangt man auf einen recht breiten Weg, der in Schlangenlinien und gemäßigter Steigung auf den Berg führt. Auf dem platten Rücken des immerhin 99 Meter hohen Berges ist die 360-Grad-Aussicht spektakulär: der Teufelsberg mit der Abhörstation und der tiefgrüne, von oben dschungelartig aussehende Grunewald Richtung Südwesten, der Funkturm und noch weiter hinten der Fernsehturm im Osten.

Wenn man Glück hat, kann man auf dem Drachenberg auch Füchse beobachten. Und wenn man noch mehr Glück hat, hat man dabei eine Berliner Weiße in der Hand. © Inka Chall

An lauschigen Sommerabenden kann man hier den Tag ausklingen lassen und zusehen, wie die Umgebung in zarte Pastell töne getaucht wird. Selten ist man dabei allein, aber die Stimmung ist friedlich, man sitzt im Gras, lauscht der Musik anderer Sonnenuntergangsanbeter und trinkt Berliner Weiße. Mit etwas Glück schaut auch einer der vielen Füchse vorbei. Diese bitte nicht füttern; sie finden hier genug Nahrung und sollten nicht an menschliche Gaben gewöhnt werden. Insbesondere wenn es dunkel geworden ist, am besten in einer Gruppe zurückgehen und unbedingt den Weg an der Straße entlang nehmen. Im Grunewald gibt es viele Wildschweine, die je nach Jahreszeit auch mal ihren Nachwuchs verteidigen. Übrigens: Auch bei Mondereignissen wie dem berühmten Blutmond bietet der Drachenberg einen perfekten Blick auf das Spektakel – und da ist man ganz sicher nicht alleine.

FAZIT & EMPFEHLUNGEN – BERLIN

Fazit
Von welchem Ort man das schönste Sonnenuntergangs-Panorama erleben kann, darüber streiten die Berliner seit Jahrzehnten. Dieser Berg schafft es garantiert aufs Siegertreppchen.
Hin & Weg
Vom Zoologischen Garten mit der S5/75 zum S-Bahnhof Heerstraße, weiter zu Fuß die Teufelsseechausee nach Süden.
Beste Zeit
Sommer/Herbst zum Sonnenuntergang
Dauer & Strecke
1 bis 3 Std. Einfache Strecke von der Heerstr ca. 1 km, durch den Grunewald mit Umweg über den Teufelsberg ca. 4 km, beliebig verlängerbar.
Ausrüstung
Mückenschutz, Decke zum Sitzen und Einmummeln, Taschenlampe für den Rückweg. Berliner Weiße nicht vergessen.

DuMont Eskapaden: Abstecher, Ausflüge, Miniurlaube

Für alle, die schnell raus aus dem Alltagstrott wollen, ohne weit reisen zu müssen! Eskapaden, das sind die neuen Aktivguides von DuMont: Ob wandern, radeln, paddeln oder einfach still die Natur genießen. Die Eskapaden bieten 52 kleine und große Ausflüge und Miniurlaube in den beliebtesten Regionen und Städten Deutschlands. Ob für wenige Stunden, einen Tag oder ein herrlich langes Wochenende, ob allein, mit Freunden oder der Familie – unwiderstehliche Ausflüge ins Grüne warten. Also ab nach draußen!

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Titelbild: © Inka Chall