Niedersachsen

Hann. Münden: Fachwerkhäuser, Stadtmauer und ein Plädoyer für das Flanieren

Die malerische Drei-Flüsse-Stadt hat eine Menge zu bieten: mehr als 700 Fachwerkhäuser und Bauten der Weserrenaissance, einen Naturpark und eine Schanze, mit der Skispringer nichts anfangen können.

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SUP auf der Werra

Zuerst die schlichten Eckdaten: Die Werra ist einer der beiden Hauptquellflüsse der Weser; ein idyllisches Gewässer, das man mit allerlei Gerätschaften befahren oder wo man auch einfach nur am Wasser sitzen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen kann. So sehen Lieblingsplätze aus. Beliebt sind vor allem Fahrten mit dem Kanu oder Ruderboot, doch auch vom Schlauchboot aus lassen sich die landschaftlichen Höhepunkte entlang der Werra gut erkunden. Die Leute vom Flux haben allerdings noch eine andere Idee: Sie vermieten ihren Gästen Stand-up-Paddle-Boards und schicken sie erst mal hinaus auf „hohe See“ – wohl in der Hoffnung, dass derlei Beschäftigung fröhlich und hungrig macht. Dann nämlich übernimmt die Küche des ausgezeichneten Bio-Restaurants in Hann. Münden: Ungekünstelt, natürlich, einfach und ehrlich lautet hier das Motto. Nahezu alle Zutaten stammen aus biologisch-kontrolliertem Anbau. Auch das Ambiente dieses wirklich feinen Ortes entspricht diesen Eigenschaften: Einfachheit und Raffinesse. Fazit: Auch so können Lieblingsplätze aussehen. Mehr Infos hier.

Auf 105 Metern Länge überspannt die Werrabrücke den gleichnamigen Fluss

Der Weserstein am Nordende des Tanzwerdes markiert den Zusammenfluss von Fulda und Werra zur Weser

Hohe See am Tanzwerder: je nach Vorliebe im Kanu oder mit dem Stand-Up-Paddle-Board © Hann. Münden Marketing GmbH, Foto: Helmut Becker

Auf 105 Metern Länge überspannt die Werrabrücke den gleichnamigen Fluss

Der Weserstein am Nordende des Tanzwerdes markiert den Zusammenfluss von Fulda und Werra zur Weser

Hohe See am Tanzwerder: je nach Vorliebe im Kanu oder mit dem Stand-Up-Paddle-Board © Hann. Münden Marketing GmbH, Foto: Helmut Becker

Auf 105 Metern Länge überspannt die Werrabrücke den gleichnamigen Fluss

Der Weserstein am Nordende des Tanzwerdes markiert den Zusammenfluss von Fulda und Werra zur Weser

Hohe See am Tanzwerder: je nach Vorliebe im Kanu oder mit dem Stand-Up-Paddle-Board © Hann. Münden Marketing GmbH, Foto: Helmut Becker

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Schanzenglück

Gar nicht so einfach, an manchen Orten ein vernünftiges Überblick-Foto zu machen. In Hann. Münden ist das zum Glück kein Problem. Zehn von zehn Ortskundige, die man nach dem perfekten Aussichtspunkt in Hann. Münden fragt, werden spontan antworten: Tillyschanze! Dabei handelt es sich um einen 25 Meter hohen Aussichtsturm auf einer Anhöhe im idyllischen Reinhardswald. Von hier oben wirkt die ohnehin schon malerische Altstadt der Stadt in Niedersachsen noch einmal doppelt so romantisch. Und einen feinen Nebeneffekt hat die Ersteigung des Turms noch dazu: Der Aufstieg zur Tillyschanze durch den Reinhardswald entschleunigt und schafft Bedürfnisse, die in der Waldgaststätte Tillyschanze mit Freude gestillt werden. Amüsanter Fakt: Die Tillyschanze gehört zu Niedersachsen, der Waldgasthof ein paar Meter weiter allerdings zu Hessen.

Markanter Punkt aus dem 19. Jahrhundert: die Tillyschanze

Von der Tillyschanze aus habt ihr die Altstadt von Hann. Münden im Blick

Markanter Punkt aus dem 19. Jahrhundert: die Tillyschanze

Von der Tillyschanze aus habt ihr die Altstadt von Hann. Münden im Blick

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Krumme Geschäfte

Zu den schönsten Orten in Hann. Münden zählt unbestritten die Sydekumstraße, die auf den ersten Blick so aussieht, als habe hier seit einigen Jahrhunderten kein moderner Baumeister mehr Hand angelegt: Die Sydekumstraße verläuft parallel zur Werra und wird aufgrund ihrer nostalgischen Fachwerk-Bebauung auch gern mal als romantischste Straße der Stadt bezeichnet. Dass die kleine Gasse mit ihren historischen Fachwerkbauten so aus der Zeit gefallen wirkt, liegt auch daran, dass sich einzelne Häuser schon bedenklich neigen und einen krummen Buckel machen – aber keine Sorge, noch haben die Statiker der Stadt alles im Griff. Für Barbara Brübach vom Typografischen Atelier Fette Typen, einer kleinen Manufaktur hier, ist die Sydekumstraße auf jeden Fall der persönliche Lieblingsplatz. Von ihrem Atelier aus kann sie durch eine Tür in der Stadtmauer Hann. Mündens (!) gleich in den Garten vor den Fluß treten. Malerischer geht’s nicht mehr!

Malerische Fachwerkbauten so weit das Auge reicht © Hann. Münden Marketing GmbH, Foto: Max Wiesenbach

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Auf in die Schlagd

Dass Münden nach seiner Gründung im 12. Jahrhundert schon bald zu den wohlhabendsten Städten in Niedersachsen gehörte, verdankt es auch seiner schicken Lage an gleich drei Wasserstraßen: Werra, Fulda und Weser sorgten dafür, dass die Stadt ein wichtiges Handelszentrum der Region wurde. Übrig geblieben sind aus diesen Zeiten die sogenannten Schlagden, die Anlegestationen für Boote entlang der Flussufer. Um diese Schlagden wieder mehr in die Stadtlandschaft zu integrieren, gestaltete man in Hann.Münden den Dielengraben entlang der Werra zu einer durchgehenden Uferpromenade, einer richtigen Flaniermeile. Nicht nur für Julia Chwoika eine gute Entscheidung. Für die Inhaberin des Concept-Stores „Herz über Kopf“ in der Hann. Mündener Burgstraße ist der Dielengraben „the place to be“ in der Stadt und zudem ihr persönlicher Lieblingsort: „Hier kann man nicht nur wunderbar entlangschlendern und sich die Werra-Brücke anschauen, sondern hier finden auch regelmäßig schöne Veranstaltungen statt. So wie das Dielengrabenfest, bei dem ich schon barfuß im Regen getanzt habe…“ Wer den Dielengraben – gerne auch mit festem Schuhwerk – auch bei anderen Gelegenheiten genießen will, kann das auch noch beim Weinfest oder auf dem Keramikmarkt tun – irgendwas ist ja immer!.“

Flanieren sei eine Art Lektüre der Straße, hat ein Philosoph einmal gesagt, und dem Mann kann man nur beipflichten: Bei solch einer Lektüre in Echtzeit haben nämlich auch die vermeintlich unscheinbaren Plätze eine Chance, angemessen wahrgenommen zu werden. Zudem wäre da ja auch noch das riesige Angebot an Wald- und Wanderwegen außerhalb der Stadtgrenzen von Hann. Münden – die dürfen ja auch nicht vergessen werden. Was lernen wir daraus: Mit ganz viel Zeit und Muße wird so ein Date mit Hann. Münden gleich nochmal so schön.

Altstadtpracht an der Fulda: die 220 Meter lange Straße Kasseler Schlagd

Der Kirchplatz mit St. Blasius markiert das historische Zentrum von Hann. Münden

Von der Gotik zur Renaissance: Das Welfenschloss wechselte in seiner Geschichte mehrmals sein Aussehen

Früher Ort der Religion, heute Café: die St. Aegidienkirche in Hann. Münden

Altstadtpracht an der Fulda: die 220 Meter lange Straße Kasseler Schlagd

Der Kirchplatz mit St. Blasius markiert das historische Zentrum von Hann. Münden

Von der Gotik zur Renaissance: Das Welfenschloss wechselte in seiner Geschichte mehrmals sein Aussehen

Früher Ort der Religion, heute Café: die St. Aegidienkirche in Hann. Münden

Altstadtpracht an der Fulda: die 220 Meter lange Straße Kasseler Schlagd

Der Kirchplatz mit St. Blasius markiert das historische Zentrum von Hann. Münden

Von der Gotik zur Renaissance: Das Welfenschloss wechselte in seiner Geschichte mehrmals sein Aussehen

Früher Ort der Religion, heute Café: die St. Aegidienkirche in Hann. Münden

Altstadtpracht an der Fulda: die 220 Meter lange Straße Kasseler Schlagd

Der Kirchplatz mit St. Blasius markiert das historische Zentrum von Hann. Münden

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