Besuch in den Havenwelten, dem interessanten, lebendigen Stadtquartier der Seestadt.
We migrate. So wie damals vor mehr als 100 Jahren. Stehen abends nach Einbruch der Dunkelheit an der Kaje in Bremerhaven und verabschieden uns von unseren Lieben. Hören das Stimmengewirr anderer Auswanderer:innen und die Segenswünsche derer, die zurückbleiben werden. Wir sind bestimmt nicht die einzigen, die einen Kloß im Hals haben – obwohl das hier ja alles nur eine Ausstellung ist. Denn eine fast greifbare Schwere liegt in der Luft. Wir fühlen mit – spüren Trauer, Verlorenheit und den Mut der Verzweiflung. Gehen wenig später an Bord und erleben die Überfahrt. Auf dem Weg zur Einwandererbehörde auf Ellis Island bei New York steigt unser Puls, weil über die Lautsprecher im Raum Herzklopfen zu hören ist, und wir fragen uns: Was erwartete die Menschen, die von hier aus auswanderten nach Amerika? Gingen ihre Hoffnungen in Erfüllung? Wurde es ein Abschied für immer?





The German Emigration House in Bremerhaven is a museum that makes it possible to relive the journey of the approximately seven million emigrants who set out from the New Harbor between 1840 and 1974 on an uncertain journey to a new life in a way that touches the senses. The permanent exhibition tells history and stories, traces fates - and at the same time allows visitors to follow the path of emigration room by room. Since a few weeks, the exhibition does not end with the arrival in America, but also tells 31 stories of immigrants to Bremerhaven - in a new, avant-garde looking building. The German Emigration Center is a stroke of luck in the museum landscape in this country - and it is not the only one in the Havenwelten: The Klimahaus and the German Maritime Museum are also absolutely worth seeing.




Welcome to the Havenwelten! After a night at the ATLANTIC Hotel Sail City, which is shaped like a sail and sits like a lighthouse right on the dike, Maike Weihrauch picks us up and we go exploring with her. Maike works in Bremerhaven for the small tour operator Natur Pur Reisen, which offers tours of the city and the surrounding area - and she is our guide today. First we take her elevator, via a side entrance of the hotel up to the roof of Sail City, which is designed as an observation deck. From up there, at a height of almost 90 meters, we enjoy the panoramic view over the city district. The Havenwelten and the city center lie at our feet, along with the overseas ports, the Weser River and, in the distance, the North Sea. And over all this, the sun and the shadows of the clouds sweep away at high speed. A good mood for a day full of impressions.



London has its Docklands, Hamburg the Hafencity – und Bremerhaven seit ein paar Jahren eben die Havenwelten. Weil das Areal rund um den Alten und Neuen Hafen Stück für Stück verwaiste, entstanden in der Hansestadt an der Wesermündung völlig neue Spielräume – und die wurden mit viel jungem, modernem Leben gefüllt. Gäste erleben dort nun ein Stadtquartier, in dem ein maritimes Flair und rauer Nordseecharme ebenso zu Hause sind wie Museen von Weltrang. Dabei lebt das Quartier auch von seinen Kontrasten, erzählt uns Maike, deren Lieblingsort der Neue Hafen mit der Marina ist: „Ich mag das hier, den Budenzauber mit dem Riesenrad, die Schiffe in der Marina, abends am Deich spazieren gehen“, erzählt die junge Frau, die seit vielen Jahren in Bremerhaven lebt. Trotz des Windes spaziert sie mit uns ganz sommerlich angezogen an der rauen Waterfront am Deich entlang. Dort zerrt der Wind heute mal wieder an allem, was man so mit sich schleppt. Am Seglerhafen mit seiner Drehbrücke stehen wir eine Weile und schauen zu, wie die kleinen Bötchen über eine Schleuse ein- und ausgelassen werden. Wir essen unterwegs Fischbrötchen und gebrannte Mandeln, schauen uns das Auswanderer Denkmal an und huschen auch einmal quer durch das große MEIN Outlet & Shoppingcenter hier. Lieber wieder raus, es gibt so viel zu sehen in den Havenwelten. Und die salzige Luft tut gut. Der Blick auf die Weser weitet den Horizont, der Besuch der wichtigsten Museen vertieft die Sicht auf die Welt.




So, museum walk, part 2: The centerpiece of the German Maritime Museum, which focuses on man's interaction with the sea, is the Bremen cog from 1380 - a single-masted merchant ship that was found in Bremen and has been fully restored since 2000. And because it is a truly unique exhibit, we will focus on it today: On two levels, you can admire the wooden wreck standing in its own hall from all sides. Maike has been here several times and is impressed anew every time: "You have to imagine, this ancient cog was found by chance in 1962 in the mud of the Weser," Maike tells us, "and it first had to be stored for years in a tank holding 800,000 liters of preservation fluid before it could be further restored and finally exhibited here." No matter where she once traveled with goods, her journey to here in the museum was very long in any case.




Only a few meters from the Maritime Museum steht das Klimahaus, das aussieht wie ein leuchtendes Schiff oder Ufo. Dort reist man in wenigen Stunden auf dem 8. Längengrad durch acht Länder, von der Antarktis bis in die Schweiz, in den Niger, nach Sardinien und Samoa. Wir nehmen heute den kleinen Umweg über den Museumshafen, der zum Deutschen Schifffahrtsmuseum gehört, klettern dort noch etwas auf den Schiffen herum. Und machen uns dann auf zum Round-the-World-Trip. Und der wirkt ganz schön echt, weil die Temperatur sich ständig ändert, es ist, also ob uns ein Flugzeug immer wieder auf einem anderen Kontinent ausspuckt, nur dass wir nicht fliegen, sondern Räume wechseln: In der Antarktis schlottert sich Maike mit uns flott bei Minusgraden auf einem schmalen Weg durchs ewige Eis, im feuchtwarmen Klima der Südsee verlangsamen wir unseren Schritt wieder und sind froh, zwischendurch auch gemäßigte Zonen wie die Schweiz und Sardinien zu durchstreifen. Das Klimahaus ist eine einzigartige Wissens- und Erlebniswelt zu den Themen Klima, Klimawandel und Wetter. Es thematisiert die Erderwärmung und macht anhand von persönlichen Porträts über Menschen begreiflich, was diese für die Erdbewohner bedeutet. Das ist ein ernstes Thema, aber man lernt unterwegs nicht nur viel über ferne Länder und klimatische Zusammenhänge. Man hat schlicht Spaß an diesem bunten, furiosen Weltenbummel, der auch bestens für Familien mit kleineren Kindern geeignet ist.





In the end, we gain the impression with Maike, that all this is no coincidence - that these three special exhibition houses belong precisely on this patch of earth. Because this port district was and is a gateway to the big, wide world. All three exhibitions succeed in giving visitors an idea of what life is like for people all over the world, no matter where they stop - in the past, far away on the 8th degree of longitude or somewhere on the sea: beauty and joy, fragility and drama, hope and wanderlust, thinking, feeling, dispersion and courage and a sense of home. And the insight that we are all ultimately in the same boat.
By train comfortably and without traffic jams to Bremerhaven: Plan arrival.
Cover photo: View of the Havenwelten - Bremerhaven's maritime tourism center with unique attractions © Anne Mäder

For your Vacation in Bremen and Bremerhaven there are plenty of good reasons: exciting Knowledge Worlds, great Bicycle tours and of course the Bremen Highlights and in Bremerhaven. More good reasons? Sure: