Thüringen

Schmalkalden: Eine der schönsten Fachwerkstädte im Thüringer Wald

Die historische Altstadt von Schmalkalden verzaubert mit ihrem märchenhaften Zentrum voll bunter Fachwerkhäuser, einem prunkvollen Schloss und vielerlei anderen Sehenswürdigkeiten – und ringsum erstrecken sich weite Wander- und Fahrradwege im Thüringer Wald.

Die Gäste bummeln durch romantische Gassen, können sich an den vielen liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern kaum sattsehen. Sitzen auf verwunschenen Plätzen vor einem Café, schauen vielleicht hier und da in einen Shop oder eine charmante Boutique und gönnen sich dann eine Stärkung in einem der gemütlichen Restaurants. Die kleine, rund 20.000 Einwohner zählende Fachwerkstadt Schmalkalden im Thüringer Wald muss den Vergleich zu berühmten Orten wie Rothenburg ob der Tauber oder Quedlinburg wahrlich nicht scheuen – und hat zudem eine großartige Historie zu bieten.

In der historischen Altstadt laden Cafés, Geschäfte und Restaurants zum Verweilen ein © Fachwerkstadt Schmalkalden

Spuren einer großen Geschichte

Mehr als 1000 Jahre Stadt- und Kulturgeschichte haben Schmalkalden geprägt, historische Zeitzeugen der Vergangenheit sind nahezu an jeder Ecke zu finden. Sei es auf dem lebhaften Marktplatz mit der spätgotischen Hallenkirche St. Georg, deren Grundstein um 1413 gelegt wurde. Von der im Sommer geöffneten Türmerstube hat man einen schönen Weitblick über die gesamte Stadt. Ein kurzer Weg nur ist es dann zum orangefarbenen Lutherhaus, in dem der große Reformator Martin Luther Anno 1537 während der Tagungen des Schmalkaldischen Bundes residierte – bei der Touristinformation lassen sich private Touren durch das Anwesen buchen.

Ganz in der Nähe in einem historischen Fachwerkhaus liegt das Zinnfigurenmuseum Historicum mit über 20.000 vollplastischen Zinnfiguren und maßstabsgetreuen Gebäuden, das den Besucher durch die Menschheitsgeschichte entführt, vom antiken Griechenland über das Barockzeitalter bis hin zur Gegenwart – ein großer Spaß nicht nur für kleine Besucher. Besichtigen kann man auch das älteste Fachwerkhaus in Schmalkalden: Gewölbekeller, Wohnräume, Treppenaufgänge, Kriechboden und Hinterhofgestaltung des Fachwerkerlebnishauses präsentieren sich in ihrem spätmittelalterlichen Charakter, zudem stellt eine kleine Galerie im Erdgeschoss Werke regionaler Künstler aus.

Juwel unter den Renaissance-Schlössern

Ein Highlight im wahrsten Sinne des Wortes ist dann das prunkvolle Schloss Wilhelmsburg, das in all seiner Pracht über Schmalkaldens mittelalterlichem Stadtkern thront. Mit seinen opulenten Wandmalereien und Stuckaturen gilt das ab 1585 unter den hessischen Landgrafen erbaute Anwesen als eines der schönsten Renaissance-Schlösser Deutschlands. In Tafelgemach und Festsälen werden die höfische Kultur und Lebensweise des 16. und 17. Jahrhunderts wieder lebendig – da kommt man aus dem Staunen nicht heraus.

Höhepunkt einer Besichtigung ist ein Besuch der Schlosskirche, die zu den wichtigsten evangelischen Sakralbauten des 16. Jahrhunderts zählt. Neben einer seltenen Holzpfeifenorgel wartet dort eine tolle Dauerausstellung unter dem Titel „Schmalkaldischer Bund – Beginn der Kirchenspaltung in Europa“. Dabei führt Herzogin Elisabeth von Rochlitz (gespielt von der u.a. aus Tatort-Filmen bekannten Schauspielerin Lea Draeger) durch den Bereich und informiert zu Themen wie Reformation, Martin Luther sowie zu Wesen und Werden des Schmalkaldischen Bundes, der einst von Riga bis Straßburg, von Kopenhagen bis Konstanz reichte.

Eines der Highlights der Stadt ist das prunkvolle Schloss Wilhelmsburg © Axel Bauer

Über hohe Kunst und die Tiefen der Erde

Auch Kunstfreunde kommen hier auf ihre Kosten. So zeigt das in einem schönen Fachwerkhaus inmitten Schmalkaldens historischer Altstadt residierende „Otto Mueller Museum der Moderne“ wertvolle Werke aus der Zeit der klassischen Moderne. Der Kunstverein Schmalkalden organisiert dort zudem eine Landesausstellung unter dem Motto „100 Jahre Kunst in Thüringen“, die in Zusammenarbeit mit den wichtigsten Thüringer Kunstmuseen die interessantesten künstlerischen Positionen dieser Zeit präsentiert. Im gemütlichen Museumsshop im Erdgeschoss des Hauses finden sich auch Bücher und anderes mit Bezug zur Kunst.

Von den Höhen der Kunst in die Tiefen der Erde – dorthin führt eine Besichtigung des Besucherbergwerks Finstertal ein wenig außerhalb von Schmalkalden. Bei einer Führung durch die einzige erhaltene Eisen- und Manganerzgrube im Südthüringer Raum aus der Zeit um 1900 sind geologische Aufbrüche, Arbeitsgeräte der Bergleute und einmalig fluoreszierende Mineralien zu bewundern, dazu gibt es eine markante akustische Untermalung. Wer noch weiter in die Thematik einsteigen will, kann sich im Technischen Museum „Neue Hütte“ über die Entwicklung von Bergbau, Verhüttung und Eisenhandwerk im Raum Schmalkalden informieren.

Schmalkalden – kleine Fachwerkstadt mit großem Charme © Fachwerkstadt Schmalkalden

Das süßeste Ausflugsziel Thüringens

Mit der Viba Nougat-Welt wartet ein schmackhaftes Kontrastprogramm auf alle Naschkatzen. Unter dem Motto „Hereinprobiert!“ finden sich hier kulinarische Träume zum Dahinschmelzen. Neben zahlreichen Verkostungsstationen gibt es kreative Mitmachkurse zur Herstellung von Schokoladentafeln oder Pralinen in der Erlebnis-Confiserie. Zudem informiert eine Ausstellung über die Entstehungsgeschichte der beliebten Nougatstange, die 2020 ihren 100. Geburtstag feiert. Das Einkaufen im großen Shop mit vielen Souvenir-Ideen ist ein wahres Vergnügen. Und im Restaurant des gläsernen Gebäudes mit angrenzender Sonnenterrasse und großem Kinderspielplatz wird neben herzhaften Gerichten natürlich auch Süßes zum Kaffee serviert. Die Adresse lautet übrigens, wie könnte es anders sein, Nougat-Allee 1.

Wer die zusätzlichen Kalorien wieder loswerden will, kein Problem. Schließlich erstreckt sich Schmalkalden von den Ausläufern des Thüringer Waldes durch das Werratal bis hin in die Vordere Rhön und ist damit ein idealer Ausgangspunkt für Wander-, Radfahr- und Nordic-Walking-Touren. So lassen sich auf zehn Rundwanderwegen Ort und Umgebung erkunden, oder man radelt über den 28 Kilometer langen Mommelstein-Radwanderweg durch den Thüringer Wald. Nur neun Kilometer von der Stadt entfernt gibt es einen Einstieg in den bekannten Höhenwanderweg Rennsteig. Also Wanderschuhe anziehen und das grüne Herz Deutschlands entdecken, getreu dem alten Lied: „Ich wandre ja so gerne am Rennsteig durch das Land …“

Sehr lohnenswert – eine Besichtigung der Stadtkirche St. Georg, anschließend folgt der Bummel durch die Altstadtgassen © Axel Bauer/ Fachwerkstadt Schmalkalden

Titelbild: Das Markenzeichen Schmalkaldens – das historische Zentrum mit seinen bunten Fachwerkhäusern © Fachwerkstadt Schmalkalden

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