In der Moselregion Traben-Trarbach Kröv sind die Aussichten so atemberaubend wie die steilen Weinberghänge: Ob auf dem Fahrradsattel, in Wanderschuhen oder von einer Panoramabank – an dieser Landschaft mit ihren idyllischen Dörfern, stolzen Burgen und engen Flussschleifen konnten sich schon die alten Römer nicht sattsehen

Gelegen an der Mittelmosel zwischen Koblenz und Trier, bildet Traben-Trarbach mit den schmucken Gemeinden Kröv, Reil, Kinheim, Enkirch, Starkenburg und Burg eine einzigartige Ferienregion für Genuss- und Outdoor-Liebhaber. Wo auch immer man hinschaut, überall zeigt sich das in steilen Lagen terrassenförmig angelegte Rebenmeer. Es gibt viele Arten, diese spektakuläre Natur zu genießen – zum Beispiel bei einem Picknick, natürlich mit einem Glas Riesling in der Hand.

Moselperle Starkenburg aus der Vogelperspektive @ Sabrina Bechthold

Hochgefühl beim Panorama-Wandern

Laut Wanderkarte braucht es für die zwölfte Etappe des Moselsteigs rund fünf Stunden. Doch wer sich auf den Höhenweg von der Fachwerk-Perle Ürzig ins Doppelstädtchen Traben-Trarbach macht, bleibt unweigerlich immer wieder stehen, und so wird daraus ruckzuck eine Tagestour. Zum Niederknien schön sind die imposanten Ausblicke ins Moseltal, verführerisch die zahlreichen Rastmöglichkeiten und Bänke zum Verweilen. Dazu immer wieder kleine Abstecher, wie zu einer winzigen Kapelle, einem Wildgehege – und auf jeden Fall zum Steffensberg, wo euch die Moselschleife bei Kröv formvollendet zu Füßen liegt. Hier, zwischen Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach, macht der Fluss eine scharfe 180-Grad-Biegung und scheint dadurch den Stadtteil Wolf mit seiner berühmten Klosterruine fast zu umkreisen.

Auf den Spuren des Sonnenkönigs

Ein Panorama, so einmalig, dass es 2016 eine Sonderbriefmarke zierte. Noch schöner, wenn man es live erleben kann, die friedliche Stimmung mit jedem Schritt. Wald, Wiesen und Weinberge schmiegen sich aneinander, mal geht es bergab durch enge Serpentinen, mal hinauf entlang steiler Aufstiege – unter einem die gemächlich vor sich hin schippernden Ausflugsdampfer auf dem Fluss. Irgendwann stoßt ihr auf geschichtsträchtiges Terrain, den Mont Royal: Der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. ließ hier Ende des 17. Jahrhunderts eine gigantische Festungsanlage erbauen. Geblieben ist ihre Ruine, von der der Moselsteig schließlich zum Ziel der 15 Kilometer langen Etappe führt, hinab an die Mosel nach Traben-Trarbach.

Treffpunkt mit Flair, Charme & Therme

Durch eine Brücke sind die zwei Hälften der Stadt verbunden, Traben auf der Eifel- und Trarbach auf der Hunsrückseite. Um 1900 war sie nach Bordeaux der zweitgrößte Weinumschlagplatz Europas. Bis heute begeistert das staatlich anerkannte Heilbad mit einem unterirdischen Netz historischer Weinkeller – und mit jeder Menge Jugendstil- und Belle-Époque-Architektur. Die könnt ihr bei einem Bummel auf der prächtigen Promenade bewundern und anschließend auf Deutschlands erster Minigolf-Anlage von 1955 den Schläger schwingen. Oder ganz entspannt in der Moseltherme abtauchen, eine Wellness-Oase mit Schwimmbad, Sauna und allem Pipapo.


Zum Ein- und Abtauchen: Moseltherme in Traben-Trarbach @ VGWTT

Radfahren mit Genuss und Lauschpausen

Aktive können sich auf bestens ausgebauten Radwegen austoben. Ob Tourenradler, Mountain- oder E-Biker – hier findet jeder die passende Strecke. Tipp: die neue Audiotour „Lauschpunkte am Moselradweg“. Unter dem Slogan „Hört, hört“ können Radler an insgesamt 40 landschaftlich und kulturell interessanten Stationen absteigen und eine digitale Lauschpause einlegen. Dabei nehmen sie teil an der Arbeit eines Schleusenwärters oder tauchen ein in das Leben auf einem römischen Gutshof.

Immer auf der Sonnenseite radeln – das ist dank der kleinen Personenfähre möglich, die zwischen April und Oktober die Passagiere von Kövenig nach Enkirch und umgekehrt chauffiert. Überhaupt ist die Region sehr fahrradfreundlich. Es gibt Gastgeber mit „Bed and Bike“-Zertifizierung, die neben Abstellmöglichkeiten auch Werkzeug, Karten & Co. zur Verfügung stellen und manchmal auch Gepäcktransfer anbieten.

Hingucker am Moselradweg fernab des Trubels @ Sabrina Bechthold

Perspektivwechsel mit feinen Tropfen und deftigen Speisen

Lust auf einen anderen Blickwinkel? Dann ist eine Schiffstour (mit Abendessen und Weinprobe) auf der mäandernden Mosel genau das Richtige. Oder eine Planwagenfahrt durch die Region, die jedes Jahr Spitzenweine produziert. Das milde Klima und der brüchige, graublaue Tonschiefer, der besonders gut die Sonnenwärme speichert, verleihen vor allem dem Riesling sein exzellentes Aroma. Kostprobe erwünscht? In den engen Gassen der Winzerdörfer wimmelt es nur so vor Straußwirtschaften. Die servieren zu regionaltypischen Spezialitäten wie Gräwes (Kartoffelpüree und Sauerkraut mit Zwiebeln) oder Speckkuchen feine Tropfen, darunter den weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannten Qualitätswein „Kröver Nacktarsch“ – der Name, deftig wie die Speisen. Verschiedene Legenden ranken sich um die Großweinlage – lasst sie euch vor Ort erzählen.

Origineller Name, top Lage: Kröver Nacktarsch @ ©TI Kröv

Bereits die alten Römer waren angetan von diesem zauberhaften Fleckchen Erde. Sie prägten mit ihrem Weinbau die Kulturlandschaft, die der Dichter und Staatsmann Decimus Magnus Ausonius in seiner Prosa „Mosella“ einst so wunderbar beschrieb: „Du Strom, dich umrahmen weintragende Höhn, wo Bacchus lässt reifen schönduftenden Wein, und grünende Ufer umrahmen dich, du Strom, der ganz in Grün getaucht!“ Romantischer geht’s nimmer.

Titelbild: Lieblingsplatz: Picknick mit Blick auf das Winzerdorf Enkirch @ G.Weyrich

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