Hoch ragt der mächtige Bau der Konstantin-Basilika in den Himmel, die monumentalen Thermenanlagen gehörten einst zu den größten des Römischen Reiches und in den Ruinen des alten Amphitheaters wird die Erinnerung an die grausamen Spektakel der Antike lebendig – in Trier, der ältesten Stadt Deutschlands, sind die Spuren ihrer römischen Vergangenheit allgegenwärtig. Trier hat aber noch weit mehr zu bieten und lässt sich auf vielfältige Weise erkunden. Fünf Empfehlungen für eine Tour mit ganz besonderen Stadtführern.

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Meet and Greet mit Karl Marx

Er war und ist der wohl bekannteste Bürger Triers: Karl Marx. Von seiner Geburt 1818 bis nach seinem Abitur 1836 lebte der Wegbereiter und Philosoph in der Stadt. Während der zweistündigen Führung zeigt sein Double Interessierten sein Geburtshaus und das Wohnhaus seiner Eltern. Außerdem erfahren die Teilnehmer viel über Napoleon, die Preußen, die Auswanderungswellen, die liberale Casino-Gesellschaft und die technischen Errungenschaften und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Treffpunkt ist die Tourist-Information an der Porta Nigra.

2

Weihnachts-Rundgang mit Nikolaus von Myra

Von Ende November bis Ende Dezember erstrahlen jährlich Tausende Lichter rund um den Marktplatz von Trier. Es duftet nach Lebkuchen und gebrannten Mandeln, und mit etwas Glück rieseln Schneeflocken vom dunklen Himmel herab. Die beste Jahreszeit, um die Stadt mit jemandem zu erkunden, der sich bestens mit Weihnachten und den historischen Bräuchen auskennt: Bischof Nikolaus von Myra. Um den historischen Nikolaus ranken sich viele Legenden, von denen er Besuchern unterwegs erzählt. Mit im Gepäck hat er aber außerdem jede Menge spannende Geschichten, zum Beispiel von den ersten Trierer Bischöfen, einer Wunderheilung und von einem Bischof, der wie ein Hinterteil heißt, Poppo von Babenberg.

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Zeitreise mit Gladiator Valerius

Das Trierer Amphitheater ist einen Besuch wert © Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH / Dominik Ketz

1800 Jahre ist es her, dass im Amphitheater von Trier Gladiatoren um Sieg und Ruhm kämpften. Valerius war einer von ihnen. Auf seiner Erlebnisführung durch die Arena erzählt er von seinem Leben am untersten Rand der Gesellschaft, von all dem Leid, das er gesehen und von all dem Blut, das er selbst vergossen hat. Auch die Geschichte und Architektur des Theaters kommen bei seinen Erzählungen nicht zu kurz. Treffpunkt für die 75-minütige Führung ist direkt am Amphitheater auf dem Petrisberg.  Und wer sich selbst einmal als Gladiator versuchen möchte, sollte die Führung „Mythos Gladiator“ besuchen. Ein Mitglied der Gladiatorenschule Trier führt Besucher ein in Ausrüstung und Training, in Kampftechniken und Lebensumstände der antiken Kämpfer.

4

Hoch die Gläser!

Erbaut um 330 n. Chr. diente der älteste Weinkeller Deutschlands am Krahnenufer den römischen Bürgern als Magazin und Speicherhaus. Heute lagern hier edle Weine des Weinguts Vereinigte Hospitien, das zu den traditionsreichsten Weingütern an der Mosel zählt. Während der Führung erhalten Gäste einen Einblick in die lange Geschichte des Kellers und Weinanbaus in der Region. Und natürlich wird am Ende auch das eine oder andere Gläschen verkostet.

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Auf nächtlicher Patrouille

Sobald es dunkel wird in Trier, können Besucher mit dem Nachtwächter auf Erkundungstour gehen © Trier Tourismus und Marketing GmbH

Mit Laterne und Hellebarde bewaffnet patrouilliert er nachts durch die Trierer Gassen: Der Nachtwächter sorgte im 19. Jahrhundert für Recht und Ordnung, wenn es dunkel wurde. Er erinnerte Hausbesitzer daran, ihre Kerzen zu löschen, schickte umherstreunende Kneippengänger nach Hause und schnappte Diebe und Einbrecher – manchmal auch mit Hilfe der Stadtwache. Sein Job war verachtet und doch immens wichtig. Von seinem Leben erzählt er während der 90-minütigen Führung. Darüber hinaus weiß er manche Insidergeschichte, historische Anekdote und lästerlichen Witz zu erzählen. Und am Ende lädt er die Besucher sogar auf ein Schmalzbrot und ein Glas Viez, den für den Region typischen Apfelwein, ein.

Titelbild: Großes Wahrzeichen ganz klein – die Porta Nigra in Trier © Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH / Dominik Ketz

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