Diese wildromantische Landschaft in Rheinland-Pfalz sieht ein bisschen so aus, als sei sie von Feen, Trollen und Zauberern erschaffen worden. Doch es waren Bäche, die sich seit Jahrmillionen in den Schiefer des Hunsrücks gruben und spektakuläre Schluchten und Klammen formten. 111 Traumschleifen führen durch die einzigartige Natur. Fünf schöne Wandertouren stellen wir euch hier vor.

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Baybachklamm: Höhen- und Klammwanderung für Abenteurer

Steile Abstiege, atemberaubende Aufstiege, schroffe Felsformationen und weite Ausblicke: Die Baybachklamm wird wegen ihrer spektakulären Landschaft auch Grand Canyon des Hunsrücks genannt. Der Baybach entspringt in 450 Metern Höhe und hat sich so tief in das Hunsrücker Schiefergestein gegraben, dass sich das schluchtartige Tal in der Nähe der Burg Waldeck zu einer Klamm verengt. Die elf Kilometer lange Wandertour führt von den abgeflachten Hunsrückhöhen hinab zum Baybach und über schmale Felspfade, Eichen- und Hainbuchenwälder sowie moosbewachsene Hänge zum Wiederaufstieg. Insgesamt sind das 400 Höhenmeter Auf- und Abstieg. An einigen Stellen gibt es Seilsicherungen, damit ihr den Weg mit seinen oft kantigen Felsstufen und großen Baumwurzeln leichter meistern könnt. 

Auf der Hälfte der Strecke, auf der nur das Gurgeln des Baches und das Gezwitscher der Vögel zu hören ist, lädt die Schmausemühle zur Brotzeit ein. Ein Stück weiter steht mitten im Wald die verlassene Heyweiler Bauernmühle. Von hier geht es wieder hinauf aufs Hunsrückplateau, wo sich euch traumhafte Panoramablicke bieten, zum Beispiel auf Burg Waldeck. Es wartet aber noch eine Steigerung auf euch: Die Felsklippe Barreterlei, von der es 70 Meter senkrecht hinab geht. Sie wird garantiert zu eurem Lieblingsplatz, denn von hier könnt ihr hinunter ins Tal und in die Ferne auf bewaldete Hunsrückkuppen blicken. Alle Infos zur Tour

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Ehrbachklamm: Romantik zwischen Fels, Wasser und Zauberwald

Leise knarzende Holzbrücken, Zauberwald, Schäferbrünnchen und Teufelskanzel: Die Traumschleife durch die Ehrbachklamm ist eine abwechslungsreiche, knapp neun Kilometer lange Wanderung mit 390 Höhenmetern Auf- und Abstieg. Über Felder und Wiesen auf dem Hunsrück-Plateau geht es zum ersten Aussichtspunkt Beulslay. Der Blick von dort reicht über die typischen Kerbtäler des Mittelgebirges bis zur Brandengrabenmühle aus dem 18. Jahrhundert. Ein Schotterweg führt hinab in die Klamm, wo sich der Ehrbach mit Ausdauer immer tiefer ins harte Gestein gegraben hat. Sein Wasser plätschert zwischen den Felsen hindurch. Gut gesicherte Brücken und Stege führen über den Bach, der sich durch einen zauberhaft grünen Wald schlängelt. Der Duft des Waldbodens, feucht und erdig, steigt euch in die Nase. Die Augen wandern zwischen den Spalten im bemoosten Schiefergestein, den Farnen und den knorrigen Baumstämmen umher. Was hat sich da gerade bewegt, vielleicht ja doch eine Fee oder ein Waldwichtel? Über den einzig steilen Anstieg der Tour geht es in Serpentinen die Wand der Ehrbachklamm hinauf. Oben angekommen warten an der Teufelskanzel eine Rastbank mit teuflisch gutem Ausblick und das Schäferbrünnchen am Winkelholz. Sein Wasser soll die Liebe stärken … Alle Infos zur Tour

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Murscher Eselche: Auf den Spuren der Erzgräber

Historischer Zechenweg, wunderschönes Baybachtal, Heimatdichter, Fachwerkäuser und Felssporn mit Traumfernsicht: Diese Rundtour ist so vielfältig und außergewöhnlich, dass sie vor einigen Jahren vom Wandermagazin für die Wahl zu Deutschlands schönstem Wanderweg nominiert wurde. Sie führt von Morshausen, dem Geburtsort des Hunsrücker Schriftstellers Jakob Kneip, in Richtung Baybachtal. Wenn ihr vor dem Eintauchen in die Natur ein bisschen Kultur genießen möchtet, dann seht euch die liebevoll restaurierten Fachwerkhäuser des 350-Einwohner-Dorfes, das Jakob-Kneip-Museum im alten Backhaus und den Schwengelbrunnen an. 

Der historische Zechenweg, der mit kreativen Skulpturen an den hiesigen Bergbau erinnert, führt abwärts in Richtung unteres Baybachtal bis zur Erzgrube Theresia. Hier wurden einst Blei, Zink und Silber abgebaut. Eine Brücke über den Baybach markiert den anspruchsvolleren Teil der elf Kilometer langen Strecke. Über eine Steigung kommt ihr zu „Hampit, dem Jäger“, einer Romanfigur von Jakob Kneip. Auf einer Sinnenbank könnt ihr rasten, den Augenblick genießen und das Eselche entdecken, einen Felssporn, der dem Wanderweg seinen Namen gab. Er ist über einen seilgesicherten Abstieg in den Talgrund und einen Serpentinenpfad aufwärts zu erreichen. Die Anstrengung lohnt sich, denn der Blick aufs Tal und in die Eifel ist grandios. Murscher ist im Hunsrücker Dialekt übrigens das Wort für Morshausen – und dort ist dann auch wieder der Endpunkt der Wanderstrecke. Alle Infos zur Tour

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Masdascher Burgherrenweg: Meditativ und spektakulär

Wilde Bachläufe, eine trutzige Burgruine, ein Galgenturm, alte Mühlen und viel Wald: Durch Einsamkeit und Stille, teils offene Feldflur und dichte Wälder führt der knapp 14 Kilometer lange Wanderweg rund um die Burgruine Balduinseck. Los geht es entlang des Masterhausener Bachs über kleine Brücken und Stege bis zu einer Lichtung. Hier seht ihr zum ersten Mal die Reste der mächtigen Burg, die der Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg zwischen 1325 und 1330 erbauen ließ. 

Schroffe Schieferklippen und viele alte Mühlen säumen fortan den Weg, der sich durch verwunschene Täler schlängelt – mit insgesamt 300 Höhenmetern Auf- und Abstieg. Das leise Murmeln des Baches sowie das Licht- und Schattenspiel der Bäume versetzen euch mit etwas Glück in eine Art meditative Kontemplation, bis am Rastplatz Katzenloch plötzlich die riesige Burgruine vor euch aufragt. Sie thront auf einem markanten Felsvorsprung. Der Anstieg auf den Burgberg ist steil, doch das viereckige und viergeschossige Bauwerk ist es wert. Es wurde vor einigen Jahren nach Denkmalschutzkriterien restauriert. Lust auf Nervenkitzel? Dann zweigt ein Stück weiter zur Hängeseilbrücke Geierlay ab. Die 360 Meter lange Fußgänger-Seilbrücke in 100 Metern Höhe über dem Mörsdorfer Bachtal gilt als die längste Hängeseilbrücke Deutschlands. Über die ehemalige Erzgrube Apollo und den 2008 erbauten Galgenturm, der an einen römischen Wachturm erinnert, weisen euch die lila-weißen Traumschleifen-Schilder den Weg zurück. Alle Infos zur Tour

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Hunolsteiner Klammtour: Vom Burgfelsen in die Hölzbachklamm

Stille Täler, die sprudelnde Dhron und ein spektakulärer Klammweg: Die elf Kilometer lange Traumschleife beginnt in Morbach zu Füßen der Ruine Hunolstein. Die Burg befand sich 300 Jahre lang im Besitz der Vögte von Hunolstein. Leider sind heute von der imposanten Erscheinung nur noch wenige Restmauern erhalten. Erster Höhepunkt der Wanderung ist der Quarzitfels oberhalb der Burgmauern, auf den 60 Stufen führen. Der Blick ins Tal und zu den bewaldeten Hunsrückhöhen ist ein Traum! Ein schattiger Waldweg geleitet euch hinab ins Tal der Dhron, die sich zwischen kleinen und großen Felsbrocken hindurch windet. Das nächste Highlight der Rundtour steht an: der 800 Meter lange Pfad durch die Hölzbachklamm. Hier spürt und hört ihr die Kraft der Elemente! 

Ein breiter Waldweg bringt euch nach dem Austritt aus der Klamm talabwärts zu den Herrenwiesen und dem tiefsten Punkt der Tour. An der Schafpuhlbrücke überquert ihr die Dhron. Früher stauten die Bauern hier den Bach auf, um die Schafe hineinzutreiben und das Fell vor der Schur zu reinigen. Nun schlängelt sich der Weg bergauf durch ein Eichenwäldchen zu einer langen Geraden mit fantastischen Ausblicken bis zurück zum Ausgangspunkt, wo ihr dann 300 Höhenmeter Aufstieg und 270 Meter Abstieg bewältigt habt. Alle Infos zur Tour

Titelbild: Eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten des Masdascher Burgherrenwegs ist die vom Einsturz bedrohte Burg Balduinseck © Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH / Dominik Ketz

In Zusammenarbeit mit Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

Für einen Urlaub in Rheinland-Pfalz gibt es viele gute Gründe. Einige davon sind die etlichen Schlösser und Burgen, tolle Weinberge an Mosel und Rhein und historische Städte wie Trier und Mainz.

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