Ein eigenwilliger Fluss: Die Ahr entspringt im Keller eines Fachwerkhauses in der Eifel und windet sie sich in vielen Schleifen durch enge Täler mit steilen Weinbergen, auf denen Burgen thronen – bis sie bei Sinzig in den Rhein mündet. Wir stellen euch drei charmante Orte im Ahrtal vor.

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Blankenheim und die Ahrquelle

Mitten im historischen Ortskern von Blankenheim entspringt die Ahr. Ihre Quelle ist in den Kellergewölben eines Fachwerkhauses aus dem Jahr 1726 gefasst. Doch das ist nicht das einzige, worüber ihr in dem staatlich anerkannten Erholungsort staunen werdet: Es gibt dort auch besonders viele Fachwerkhäuser aus verschiedenen Jahrhunderten, darunter ein nur zwei Meter breites Gebäude. Das Gässchen Zuckerberg ist eine romantische Fotokulisse, ebenso wie die teilweise erhaltene Stadtmauer mit Hirtentor und Georgstor. Außerdem hat Blankenheim ein mächtige Grafenburg aus dem 12. Jahrhundert, die zur Jugendherberge umgebaut wurde, und das technische Meisterwerk Tiergartentunnel. Die Tunnelanlage diente ab Mitte des 15. Jahrhunderts dazu, die Burg mit Wasser zu versorgen. Eine Fernwasserversorgung war zu dieser Zeit extrem fortschrittlich – und noch dazu hatte die Leitung eine Anhöhe und ein Tal zu überwinden.

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Altenahr und die größte Ahrschleife

Nach 17 Kilometern knickt die Ahr nach Osten ab und schlängelt sich fortan in engen Bögen durch das Tal. Die größte Ahrschleife beginnt in Altenahr. Hoch über dem Weinort erhebt sich Burg Are, eine der gewaltigsten Burganlagen des Ahrtals. Die fast 1000 Jahre alte Ruine steht auf einem 240 Meter hohen Felsen. Diesen zu erklimmen lohnt sich, denn von hier oben habt ihr atemberaubende Ausblicke auf das zerklüftete Tal und seine Weinberge. In der denkmalgeschützten Burganlage versteckt sich zudem ein kunsthistorischer Schatz: eine romanische Kapelle, die sich über zwei Stockwerke erstreckt. Unten betete das gewöhnliche Volk. Die obere Etage des Sakralbaus war den Grafen von Are vorbehalten. 

Da ihr nun mitten in Deutschlands nördlichstem Rotwein-Anbaugebiet seid, bietet sich eine kleine Wanderung in den Ortsteil Mayschoß an. Der bekannte Rotweinwanderweg beginnt in Altenahr und führt auf 35 Kilometern durch die Weinberge – zu kleinen Weinorten und Straußenwirtschaften bis nach Bad Bodendorf. Die Strecke bis nach Mayschoß beträgt jedoch nur vier Kilometer. Das erste, was ihr vom Dorf seht, ist der gewaltige Burgfelsen der Saffenburg. Von dieser sind heute nur noch Reste erhalten, doch die Lage über den steilen Weinbergen ist beeindruckend. Wie auch das, was die Weinbauern hier auf die Beine gestellt haben. 18 von ihnen gründeten 1868 die erste Winzergenossenschaft Deutschlands, die heute 460 Mitglieder hat. Die Winzer produzieren aus den Trauben Spätburgunder, Frühburgunder, Portugieser und Domina. Die Voraussetzungen für den mineralisch betonten Spätburgunder sind hier ideal. Durch die steilen Lagen der Rebhänge entsteht ein mikroklimatischer Effekt, vergleichbar mit einem Treibhaus: Das aus der Ahr verdunstende Wasser strömt als wärmende Luft die Weinberge hinauf. Der felsige Boden aus Schiefer und Vulkangestein speichert zusätzlich die Sonnenwärme. So sind die Reben auch in kühlen Nächten vor Frost geschützt. Im Zentrum des Rotweins müsst ihr natürlich auch unbedingt ein Gläschen probieren. Historische Weinkeller, Vinotheken und Weingüter laden dazu ein. Weinfeste werden in Altenahr übrigens schon seit den 1930er-Jahren gefeiert.

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Bad Neuenahr-Ahrweiler: Bäderarchitektur

Wenn ihr gleich weiter wandern wollt: Bis nach Bad Neuenahr-Ahrweiler sind es noch rund 20 Kilometer auf dem Rotweinwanderweg. Oder eine halbe Stunde mit dem Bus oder Auto. Das ungleiche Stadtduo liegt im Zentrum des Ahrtals und bietet einen ungewöhnlichen Mix aus weißer Bäderarchitektur, Kurpark, Heilwasser und Bauwerken, die bis in die Römerzeit zurückreichen. Faszinierend ist zum Beispiel die vollständig erhaltene Stadtmauer mit Wallgraben, Toren und Türmen von Ahrweiler. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und umschließt die autofreie Altstadt komplett. Drinnen findet ihr enge Gassen und Fachwerkhäuser wie das Wolffsche Haus aus dem Jahr 1621 mit seinem reich verzierten Erker. Der andere Teil der Stadt empfängt euch mit glamouröser Architektur aus der Kaiserzeit. Bad Neuenahrs Aufstieg begann, als 1852 die Thermalquelle in den Weinbergen entdeckt wurde. Die Kraft des Heilwassers könnt ihr entweder in den Ahr-Thermen oder im Kurpark testen. Der Park mit seinem alten Baumbestand und bunten Blumenbeeten liegt idyllisch am Ufer der Ahr. Ein Kneippbereich lädt zum Wassertreten ein, und aus Trinkbrunnen sprudelt die Heilquelle. Wie eng die Kurstadt mit dem Element Wasser verbunden ist, zeigt auch die „Klangwelle“. Wasser, Feuer, Laser, Licht und Musik vereinen sich im Kurpark an mehreren Abenden im Oktober zu einer einzigartigen Show. Live-Kino im Freien mit 30 Meter hohen Wasserfontänen! Ein besonderes Outdoor-Erlebnis steht im Jahr 2023 an: Die Landesgartenschau mit dem perfekt zum Ahrtal passenden Motto „Auf das Leben!“

Titelbild: Die Burg Are wurde von 1095 bis 1105 von Graf Theoderich erbaut und im Jahre 1714 unter Kurfürst Joseph Clemens zerstört ©Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH/Dominik Ketz

In Zusammenarbeit mit Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

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