Usedom, Deutschlands zweitgrößte Insel, ist auch im Herbst ein Paradies für Familien. Besonders im Ostseebad Heringsdorf, einem der berühmten Kaiserbäder, gibt es unzählige Möglichkeiten für Kinder, draußen Abenteuer zu erleben – und dabei die gesunde Mischung aus Wald- und Meeresluft zu genießen. Ob im einzigartigen Kinderheilwald, auf spannenden Pfaden durch die Baumwipfel oder am Strand – drei Freundinnen haben getestet, was die Insel in der goldenen Jahreszeit für kleine Entdecker bereithält.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Abenteuer im Kinderheilwald

Schon früh am Morgen stehen Sofia, Ricarda und Carlotta vor dem Schild am Eingang des Kinderheilwalds auf Usedom. Ein sanfter Wind wirbelt den Drittklässlerinnen die Haare durcheinander, während sie die Orientierungskarte studieren. Überall im Wald gibt es Mitmach-Stationen, die es auszuprobieren gilt.

Ricarda liest mit fester Stimme die Begrüßung vor: »Hallo liebe Kinder, ich bin der kleine Waldgeist Theo und wohne im Heringsdorfer Kinderheilwald. In meinem Wald könnt ihr auf gesundheitliche Entdeckungsreise gehen und ganz viel erleben.« – und schon sausen die drei los, lachend und voller Vorfreude, über den mit buntem Herbstlaub bedeckten Waldboden. Durch die Baumkronen von Buchen und Tannen blitzen die ersten Sonnenstrahlen.

Der Kinderheilwald, betrieben von den Kaiserbädern, ist der erste seiner Art in Europa. Besonders Kinder mit chronischen Atemwegserkrankungen profitieren von der besonderen Luft, aber auch alle anderen tun hier ihrer Gesundheit etwas Gutes – ohne es bewusst zu merken. Nur wenige hundert Meter Luftlinie vom Meer entfernt, atmen die Kinder beim Spielen eine wohltuende Mischung aus Wald- und Seeluft ein. Die 13 Stationen des Heilwalds fördern Motorik, Balance und Wohlbefinden.

Die erste Station: das Schaukelnest. Gemeinsam klettern Sofia, Ricarda und Carlotta hinein, lassen sich von Ricardas Papa anschubsen, bis Carlotta lacht und ruft: »Stopp, das reicht!« Alle kichern – und genau das gehört hier zum Konzept. Denn das sanfte Schaukeln wirkt nicht nur beruhigend, sondern schult auch den Gleichgewichtssinn.

Doch Ruhe ist für die drei erstmal keine Option. Sie stürmen von Station zu Station: vom Schaukelnest zum Flüstertelefon, weiter zum „mutigen Treppenkönig“, wo sie einen Hindernisparcours meistern, und schließlich zum Klangbaum. Sofia schlägt behutsam mit einem Schlegel auf die Klangstäbe – sanfte Töne schweben durch den Wald. Carlotta hingegen gibt Gas, hämmert drauflos – und verwandelt den Wald für einen Moment in eine Partyzone.

Kinderyoga unter freiem Himmel

Nach all dem Toben ist es Zeit, runterzukommen. Yoga-Lehrerin Petra erwartet die Mädchen an einer Lichtung unweit der Stationen. Ihr weiß-graues Haar ist zu einem Pferdeschwanz gebunden, ihre ruhige Ausstrahlung überträgt sich sofort auf die aufgedrehten Kinder. Jedes sucht sich einen großen Stein als „Yoga-Matte“.

Nur Vogelgezwitscher ist zu hören, als Petra einen Kartenstapel hervorholt. Jede zieht zwei Karten. »Na, Ricarda, was hast du auf deiner Karte?«, fragt Petra. »Einen Flieger!«, ruft Ricarda. Schon zeigt die Lehrerin die Flugzeugpose: ein Bein nach hinten, der Oberkörper nach vorne geneigt, die Arme seitlich ausgestreckt. Die Mädchen machen es nach. Es folgen Positionen wie der Bär oder die Giraffe – und auch mal ein befreiender Schrei zwischendurch. Am Ende erklingt eine Klangschale, begleitet von einem ruhigen »Namasté«.

Das Kinderyoga wird regelmäßig im Kur- und Heilwald angeboten, die Termine sind auf der Website der Kaiserbäder zu finden.

Hoch hinaus auf dem Baumwipfelpfad

Weiter geht’s: In Heringsdorf windet sich der Aussichtsturm des Baumwipfelpfads ganze 33 Meter in die Höhe. Ganz oben wartet das Highlight, auf das sich Sofia, Carlotta und Ricarda besonders freuen – ein großes Netz, auf dem man sich hinlegen und direkt nach unten blicken kann. Dazu gibt’s einen fantastischen Blick über die Ostsee.

Doch zuerst heißt es: 785 Meter über den Baumwipfelpfad laufen. Unterwegs wird es nie langweilig. An Lernstationen erfahren die Kinder Spannendes über Baumarten, Tiere und Pflanzen. Hier darf nicht nur geschaut, sondern auch angefasst und ausprobiert werden. Richtig aufregend sind die Erlebnisstationen, bei denen die Mädchen auf Baumstämmen balancieren oder andere Elemente in luftiger Höhe meistern. Schwindelfreiheit ist hier gefragt!

Dann ist der Turm erreicht. In mehreren Windungen legen die drei weitere 565 Meter zurück, bis sie das 50 Quadratmeter große Netz erreichen. Und natürlich wagen sie es: mutig legen sie sich mitten hinein – mal auf den Rücken, mal auf den Bauch, und blicken ohne Angst in die Tiefe.

Strandforscherinnen in Karlshagen

Nach so viel Waldabenteuer geht’s noch an den Strand – auch im Herbst ein Muss. Mit wetterfester Kleidung ausgestattet, wartet auf die Mädchen ein weiteres Erlebnis: „Kleine Strandforscher“ in Karlshagen. Hier begrüßt sie Katrin, ausgerüstet mit Keschern, Eimern und Schaufeln.

Die Mädchen stapfen mit Gummistiefeln los, sammeln Muscheln, untersuchen Quallen und lauschen Katrins Erklärungen über Möwen, Krebse und andere Meeresbewohner. Auch das Thema Umweltschutz gehört dazu. Beim abschließenden Rätsel fragt Katrin: »Was ist im Meer, gehört aber nicht hinein?« – »Müll!«, antwortet Sofia sofort. Treffer.

Zum Abschluss rennen die drei ein letztes Mal am Strand entlang, lassen den Wind durch ihre Haare wehen und nehmen einen tiefen Atemzug frischer Seeluft. Was für ein Tag voller Abenteuer – zwischen Wald, Baumwipfeln und Strand!

Titelbild: Bernsteine suchen am Strand von Karlshagen auf der Insel Usedom. © TMV/Gross

Logo_TMV_neu
In Zusammenarbeit mit Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e. V.

Die Ostseeküste, die mecklenburgische Seenplatte, historische Hansestädte: Gründe für einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern gibt es viele.

Weitere Artikel aus Mecklenburg-Vorpommern