Mecklenburg-Vorpommern

Liebeserklärung an Rostock

Geschrieben von Miri und Micha

Outdoormenschen und Fotografen. Auf unserem Blog Outdoornomaden berichten wir über die kleinen und großen Abenteuer des Reisens und des digitalen Nomadentums. Glücklich sind wir, vor einiger Zeit unser größtes Hobby zum Beruf gemacht zu haben, und seitdem überall auf der Welt Herzensmomente fotografisch festzuhalten zu dürfen. Unsere Fotoarbeiten findest du hier.

An einem lauwarmen Sommertag ein erfrischendes Bad im kühlen Wasser der oberen Warnow zu nehmen und anschließend während des Sonnenuntergangs im Stadthafen bei einem kühlen Getränk den Segelbooten beim Schaukeln zuschauen. Trotz dieser einmaligen Möglichkeiten ist Rostock noch immer eine wirklich unterschätzte Stadt. Warum ihr die Hansestadt jedoch auf eure To-Do Liste setzen solltet und was sie so besonders macht, erfahrt ihr in unserer Liebeserklärung.

Die Hansestadt kann auf eine über 800 Jahre alte Geschichte verweisen. Im Jahre 1218 erhielt die Stadt ihr Stadtrecht und mit dem Beitritt zur Hanse im Jahre 1283 gewann sie an weiterer Bedeutung. Natürlich waren der Hafen und die direkte Nähe zur Ostsee für den wirtschaftlichen Aufschwung maßgebend, was den Menschen der Stadt Wohlstand und Ansehen einbrachte. Die 1419 gegründete Universität trug ebenfalls einen großen Teil zum Aufschwung der Hansestadt bei. 

Wer Rostock erleben möchte, dem bieten sich hier viele Möglichkeiten. Natürlich gibt es die Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten, die jedem Touristen ans Herz gelegt werden. Doch es lohnt sich auch die ausgetrampelten Pfade zu verlassen und Neues zu erschließen. Doch was gibt es in Rostock Sehenswertes außer den üblichen Museen und Kirchen? 

Die „Kröpi“, also die Kröpeliner Straße, ist nicht nur die Flaniermeile der Hansestadt, sondern auch deren Herzstück. Hier shoppt man gut, gern und unaufgeregt und lässt es sich zudem auch sonst gut gehen. Kleine Lokale und Restaurants laden zum Verweilen ein, in denen sich auch ein kühles Bier der heimischen Hanseatischen Brauerei gegönnt werden kann.

Für alle kulturell Interessierten bietet sich die Chance, die Museen und Kirchen der Hansestadt zu erkunden. 

Die Warnow genießen

Über die Lange Straße geht es durch die nördliche Altstadt hinunter zum Stadthafen an der Warnow. In den Restaurants können mit Blick auf das Wasser entspannte und schöne Stunden verbracht werden. Wassersportfreunde finden hier kleine Geschäfte und können das Equipment vor Ort ausprobieren.

Hier, wo die Schiffe nach Warnemünde und zur Hafenrundfahrt ablegen und wo im Sommer die Liegeplätze für Segelboote und Motoryachten nahezu ausgebucht sind, gibt es auch eine historische Krananlage. Bis in die 1990er Jahre wurden hier noch Güter umgeschlagen. Die technischen Denkmäler sind heute ein Wahrzeichen der Hansestadt.

Wassersport auf der Warnow

Auf der Warnow wird gesegelt, auf Ober- und Unterwarnow, dort wo der Fluss nicht ganz so breit ist, finden sich weitere wassersportliche Aktivitäten. Mit Hilfe des Kanu-Clubs (RKC), der so manchen erfolgreichen Kanusportler hervorgebracht hat, kann die Warnow per Kanu erkundet werden. Vor den Toren der Hansestadt, entlang des Flusses, die Marienkirche im Blick und an etlichen Hausbooten vorbei, genießt der Wassersportfreund hier die Ruhe. Solch eine Tour besitzt ihren eigenen Charme und ist absolut empfehlenswert. 

Gleich neben dem Kanuclub befindet sich das Flussbad. Die vereinsbetriebene Einrichtung besitzt ihr eigenes Flair. Wer im Sommer nicht unbedingt an die gut gefüllten Strände der Ostsee fahren möchte, findet am Mühlendamm – unweit der Innenstadt – eine kleine Badeoase. 3.500 Quadratmeter Wasserfläche mit Sprungturm, einem „Eisberg“ und einer Wasserrutsche bieten jede Menge Spaß. Für die Kleinsten gibt es einen Matsch-Spielplatz und wer sich sportlich betätigen möchte, kann dies entweder auf dem Volleyballplatz oder im Wasser auf der Kanu-Polo-Fläche machen. 

Wo Wasser ist, darf man sich auch auf die Bretter begeben. Stand up Paddling wird in vielen Facetten entlang der Warnow angeboten: Mit der mobilen SUP-Station ist es noch leichter, sich diesem Hobby zu öffnen. Neben Kursen - je nach Vorkenntnissen – gewinnt auch das SUP-Yoga immer mehr Anhänger. Standfestigkeit auf dem Board und elegante Bewegungen vereinen sich hier. 

Saunagänge auf der Warnow

Eine Unternehmung der etwas anderen Art bietet die Flusssauna. Auf einem umgebauten Hausboot können die Besucher die Stadt auf der Warnow erkunden, sich an der Silhouette erfreuen und gleichzeitig ausgiebig saunieren. Acht Personen finden auf dem umgebauten Hausboot Platz, welches eine gehobene Ausstattung aufweist. Auf dem Schwitzkasten finden sich auf 10 mal 4 Metern ein Saunaraum mit einem Panoramafenster, ein Ruheraum mit acht Liegemöglichkeiten, eine Terrasse mit zwei Hängesesseln sowie weitere Sitzmöglichkeiten, Küche und Bad. An Getränke und Obst ist ebenso gedacht, wie an die Sicherheitsausstattung des Bootes sowie zwei Pfahl-Anker, Bootshaken, Leinen und Fender. Und das Beste: Das Tauchbecken befindet sich direkt am Boot. 

Wenn wir schon einmal dabei sind zu schwärmen, dann wollen wir auch gleich mal unseren Lieblingsplatz zeigen. Dieser befindet sich auf der anderen Uferseite der Warnow. Auf einem wunderschönen hölzernen Steg kann man ein gemütliches Picknick machen und hat dabei einen tollen Blick auf die Stadt. Gerade Frühaufsteher werden an diesem tollen Ort mit einem einzigartigen Sonnenaufgang belohnt.

Ein Abstecher nach Warnemünde

Man muss also nicht unbedingt nach Warnemünde fahren, um maritimes Flair erleben zu können. Und doch lohnt es sich, einen Abstecher in das kleine Ostseebad zu machen. Warnemünde wurde 1195 erstmals urkundlich erwähnt und gehört seit 1323 zur Hansestadt. Auf dem Weg zum Strand gibt es das obligatorische Fischbrötchen, dass vor den ausgehungerten Möwen, die jede Nachlässigkeit mit einem „Angriff“ bestrafen, auf jeden Fall beschützt werden muss. Ist die Ostsee dann erreicht, gibt es nichts mehr als Wellen, Wasser und Wind. Aktiv werden kann man hier ebenfalls: Die Ostsee ist auf jeden Fall ein Surf-Hotspot. Kleiner Tipp: Eine Übernachtung im Dock Inn, einem Hotel aus Containern, ist ein echtes Erlebnis. Das stylische Haus ist ausgestattet mit einer Boulder-Ecke, einem Kino, Kicker und Flipper. 

Der IGA-Park

In Rostock Sehenswertes zu entdecken ist nicht schwer. Der IGA-Park zwischen den Stadtteilen Schmarl und Groß Klein bietet in den Sommermonaten nicht nur Konzerte und Kinoaufführungen unter freiem Himmel. Am Ufer der Warnow hat auch das Traditionsschiff „Typ Frieden“ festgemacht und kann als Schiffbaumuseum besucht werden. Auch Fotografen finden im IGA-Park tolle Fotospots. 

Die Rostocker Heide 

Auf der anderen Seite der Warnow befindet sich nicht nur der Hafen. In Richtung Markgrafenheide und Graal Müritz liegt die Rostocker Heide, ein mehr als 6.000 Hektar großes Naherholungsgebiet mit dem größten Küstenwald Deutschlands. Das Landschaftsschutzgebiet bietet Ausflüglern ein rund 60 Kilometer langes Wegenetz, welches zu Fuß oder mit dem Rad erkundet werden kann. Gerade für Outdoorfanatiker wie uns ist die Gegend ein absolutes Paradies. 

Wir sind überglücklich diese Gegend als Heimat bezeichnen zu können. Rostock bietet eine riesige Vielfalt und besticht mit einer einmaligen Atmosphäre. Hier zu leben fühlt sich besonders im Sommer täglich nach Urlaub an. Genau aus diesem Grund empfehlen wir euch, auch ein wenig dieser Stimmung aufzunehmen und der einzigartigen Hansestadt einen Besuch abzustatten. 

Titelbild: Nah am Wasser gebaut – die Hansestadt Rostock © TMV/Manthey

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