Bayern

Ganz oben, wo die Geister toben

Deutschlands höchster Punkt ist der Ostgipfel der Zugspitze. Er misst genau 2962 Meter. Das Dach der Republik bietet auf seinem Massiv auch das höchstgelegene Haus, Postamt, Hotel, Restaurant und Skigebiet Deutschlands, vor allem aber einen 360-Grad-Panoramablick, der bei gutem Wetter die Sicht auf rund 400 Alpengipfel in vier Ländern freigibt.

Leseprobe aus DuMont Bildatlas: Berge und Seen im Süden

Dieser Artikel stammt aus dem Buch Berge und Seen im Süden aus dem DuMont Reiseverlag. Dort findet ihr auf 208 Seiten Ideen für euren Urlaub in den Bergen und an den Seen im Süden Deutschlands. Die Redaktion hat ihre Lieblingsziele in den Bergen, Traumwander- und radtouren sowie die besten Bilder für euch gesammelt.

 

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Zu Kaisers Zeiten galt die Zugspitze im Vergleich zum 5895 Meter hohen Kilimanjaro, einst Kaiser-Wilhelm-Spitze genannt, als kleiner Stumpen in den Alpen. 2962 Meter Höhe für den Zugspitz-Ostgipfel beeindrucken zwar die Deutschen, aber die europäischen Nachbarn deutlich weniger. Aber ganz unabhängig von allen Zahlen und Rekorden: Die Deutschen lieben ihre Zugspitze. Sie ist Mythos, Gipfel der Nation und Pflichtstoff für die Schüler. Wer einmal oben war, versteht das auch. Denn was gibt es schöneres als ein Gipfelerlebnis rund um den nördlichsten Alpengletscher? Höchstens zwei Zugaben: die Zugspitze während des Sonnenuntergangs oder eine Fahrt in Vollmondnächten aufs Plateau zum nicht weniger fulminanten Mondaufgang.

Der höchste Berg Deutschlands gehört zum Wettersteingebirge und liegt an der Grenze von Bayern und Tirol. Bei schönem Wetter ist eine grandiose Rundumsicht auf bis zu 400 Gipfel vom Piz Bernina über den Ortler, die Wildspitze bis zum Großglockner sowie nach München im Norden und Italien mit den Dolomiten im Süden möglich. Mehrere Bergbahnen führen nach oben. Die einfachste Route zu Fuß ist der Weg durch die Partnachklamm, wofür bis zu 14 Stunden einzuplanen sind und 2200 Höhenmeter bewältigt werden müssen.

Fast 5 Meter hoch und 300 Kilogramm schwer ist das bei einer Restaurierung vor einigen Jahren mit fast 150 Gramm Blattgold neu vergoldete Gipfelkreuz picture-alliance / DUMONT Bildarchiv | Udo Bernhart

Rund 500 000 Bergfreunde besuchen die Zugspitze im Jahr. Einige leben zeitweise dort, weil sie die „höchsten“ Arbeitsplätze der Republik begleiten, etwa die in 24-Stunden-Schichten tätigen Meteorologen oder die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts, die der kosmischen Strahlung auf der Spur sind. Ein paar andere übernachten dort, wo der Wind pfeift (manchmal mit mehr als 200 Stundenkilometer), wo die Temperatur schon mal auf Arktis-Niveau fällt, wo die Geister toben, wenn die letzte Bergbahn talwärts ging. Nachdem im Jahr 1992 das Aus für den Hotelbetrieb besiegelt wurde, können Touristen nun in einem Iglu-Dorf auf der Zugspitze schlafen. Es besteht von Dezember bis April aus gefrorenem Wasser – von den Betten, Wänden, Decken bis hin zur Bar. Der winterliche Sternenhimmel und das grandiose Panorama mit Natur, wohin das Auge reicht, dienen als Kulisse – auch von den beiden Whirlpools aus. Und zum Dinner geht es in das Restaurant-Iglu, in dessen Eisnischen die Besucher auf kuscheligen Fellen über diesen höchsten Berg Deutschlands sinnieren können. Der hat übrigens sogar eine eigene Postleitzahl: 82475 steht für den Gipfel der Gefühle.

Auf die Zugspitze kommt ihr täglich mit der Zahnrad-Zugspitzbahn (Garmisch–Zugspitzplatt), der Zugspitz-Seilbahn (Eibsee– Zugspitzgipfel) und der Gletscherbahn (Zugspitzplatt–Zugspitzgipfel) in der Kernöffnungszeit von 8.00 bis 16.45 Uhr. Mit dem im Dezember 2017 fertiggestellten Neubau der Eibsee-Seilbahn ist diese eine der höchsten Seilbahnen der Welt.

Die Tiroler Zugspitzbahn fährt auf österreichischer Seite täglich von Ehrwald aus zwischen 8.40 und 16.40 Uhr.

Vor allem im Winter ist auf dem Zugspitzplatt Hochbetrieb © picture-alliance / DUMONT Bildarchiv | Reinhard Eisele

Leseprobe: DuMont Bildatlas „Deutschland – Berge und Seen im Süden“

Titelbild: Futuristische Anbauten ergänzen das Schneefernerhaus, das heute der Klimaforschung dient © picture-alliance / DUMONT Bildarchiv | Reinhard Eisele

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