Der Rosenheimer Florian Weidlich entwirft für sein Label Mamma Bavaria in Riedering aufwändige Schmuck- und Kleidungsstücke. Von seiner Heimat lässt er sich dabei inspirieren – von den Bergen und Seen, an denen er in seiner Freizeit am liebsten unterwegs ist. Er will ein Stück Bayern zum Dabeihaben schaffen. Seine Gipfelkreuze sind dafür das beste Symbol: Sie stehen zum einen für die schönsten Berge der Region, zum anderen dafür, die Ziele im Leben zu erreichen. Hier erzählt er, wie sein perfektes Wochenende in und um seine Heimat Rosenheim aussieht.

Vor der Haustür Chiemsee und Simssee, im Hintergrund die Chiemgauer Alpen: In Rosenheim und Umgebung gibt es so viel zu unternehmen, ein Wochenende reicht da nicht aus. Allein am Chiemsee könnte ich Tage damit verbringen, mit meinem SUP zwischen den drei Inseln hin- und herzufahren und den Dampfern und Segelbooten beim An- und Ablegen zuzuschauen. Am schönsten ist es im Sommer. „Alle san guad drauf“, wie wir auf Bayerisch sagen, und Brotzeit und Bier schmecken auf den Berggipfeln oder am See sowieso am besten. Wenn es aber wirklich nur ein Wochenende sein soll, dann würde ich es so gestalten:

Freitag Abend:

Am besten kehrt ihr heute beim Gocklwirt am schönen Simssee ein. Die Küche ist ein kulinarisches Highlight in der Region. Die Wirtsleute sind die Familie Huber, und die kümmert sich rührend um alle Wünsche ihrer Gäste. Vorsicht, beim Gocklwirt kochen sie so fantastisch, dass es nicht bei dem einen Besuch bleiben wird. Mein Favorit ist das Wiener Schnitzel – verdammt, is des guad! Beim Warten auf das Essen könnt ihr die größte Kunstuhr der Welt bestaunen: eine voll funktionsfähige, fünf Meter breite und drei Meter hohe Uhr, die 1.250 Kilogramm wiegt. Und nach dem Essen gibt’s noch einen Verdauungsspaziergang am Simssee.

Samstag tagsüber:

Heute geht’s in die Berge und ans Wasser, deswegen empfehle ich als Basis erst einmal ein ordentliches Frühstück im Café Flower Power am Grünen Markt in Rosenheim. Unbedingt die knusprigen Waffeln bestellen, die es süß und herzhaft gibt, und natürlich den von Sebastian, dem gelernten Barista, sachkundig zubereiteten besten Kaffee der Stadt.

Von den vielen Seen rund um Rosenheim ist der Bichlersee für mich am schönsten. Er liegt in der Nähe von Oberaudorf, etwa eine Dreiviertelstunde Autofahrt von Rosenheim entfernt. Der kleine See liegt schön ruhig, mitten in den Bergwäldern und ist perfekt zum Schwimmen. Da er so klein ist, wärmt er sich nämlich schnell auf. Und obwohl er nur 15 Minuten Fußmarsch vom Gasthof Bichlersee entfernt ist, hat man das Gefühl, ganz weit weg zu sein.

Wenn es lieber eine Wanderung sein soll: Am Samerberg und im Hochriesgebiet kann man viele auch unkomplizierte Touren gehen. Besonders lohnt sich die Tour auf den Kranzberg. Der liegt direkt an der Grenze zu Österreich, und auf dem Gipfel stehen zwei Kreuze – eins für Bayern, eins für Österreich. Und auf den vielen Almen in der Gegend gibt’s immer a guade Brotzeit.

Samstag Abend:

Falls ihr vor 20:00 Uhr von eurer Natur-Tour zurückkehrt, schaut bei Lars Moser im Restaurant Moser in Rosenheim rein. Hier bekommt ihr mediterran-alpenländischen Küche serviert mit saisonalen Produkten aus der Region. Hier könnt ihr euren Abend gemütlich ausklingen lassen.

Sonntag:

Zum Abschluss gibt es eine Mischung aus Natur und Kultur – es geht an den Chiemsee zum Schloss Herrenchiemsee und auf die Fraueninsel. Je nachdem, wie lange ihr bei Lars Moser im Restaurant euer Menü genossen habt, könnt ihr dafür das Stand-Up-Board oder die Fähre nehmen.

Ich persönlich liebe es, mit dem SUP auf dem Chiemsee unterwegs zu sein. Die Fahrt nach Herrenchiemsee, zur Kraut- und zur Fraueninsel gehört zu meinen Lieblingsrouten. Ich habe sie „König-Ludwig-Tour“ getauft. Insgesamt sind es acht Kilometer. Wenn dann auch noch das Schiff „Ludwig Fessler“ unterwegs ist und gscheid Wellen schlägt, dann macht es auf dem SUP so richtig Spaß. Mit dem Board brauche ich für die Tour zwei Stunden; für die Besichtigung von Herreninsel und Königsschloss solltet ihr aber mindestens noch mal zwei Stunden einplanen.

Wenn ihr euch fragt, wie ihr euch bei eurer Tour am besten stärkt: natürlich mit frisch geräucherten Chiemseerenken und anderen Fischen direkt aus dem See! Geräuchert wird rund um den Chiemsee. Mir schmecken am allerbesten die Fischsemmeln von der Familie Lex auf der Fraueninsel.

Ach ja: Euer SUP-Board könnt ihr beim Schraml direkt im Priener Ortsteil Stock ausleihen. Oder oder an dem kleinen Kiosk am Parkplatz Urfahrn.
Wenn ihr den Tag dagegen entspannter angehen wollt, fahrt ihr einfach mit dem Schiff zu den Inseln. Die entspannte Überfahrt von Prien nach Herrenchiemsee dauert ungefähr 20 Minuten, von der Herren- zur Fraueninsel sind es dann bloß noch 10 Minuten.

So kommt ihr mit der Bahn nach Rosenheim: Anreise planen.

Titelbild:  © www.bayern.by - Peter von Felbert