Eine einzigartige Weltkulturerbestätte, unterirdische Burganlagen, großflächige Graffiti-Kunst und das älteste Kloster Deutschlands – im Saarland gibt’s viel spannende Kunst und Kultur zu erleben. Wir stellen euch zehn saarländische Attraktionen vor, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

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Festivals erleben

Gute Stimmung auf dem Rocco del Schlacko
Gute Stimmung auf dem Rocco del Schlacko © Christian_Walter

Die Kultur- und Festival-Landschaft des Saarlands ist innovativ und vielfältig. Jahr für Jahr lotst etwa das Rocco del Schlacko Größen aus Rock, alternativer Musik und HipHop auf den Köllertaler Sauwasen im beschaulichen Püttlingen. Nur maximal 29 Minuten lang und von Filmemacher:innen bis zu einem Alter von 29 Jahren – das sind die Kriterien für die Teilnahme beim Bundesfestival junger Film, das größte Kurzfilmfestival für den deutschsprachigen Nachwuchs in in St. Ingbert. Kleinkunst vom Feinsten bekommt ihr im Rahmen der „St. Ingberter Pfanne“ geboten – an vier Wettbewerbsabenden treten jeweils drei Kandidaten mit einem 45-minütigen Programm auf. Seit über 40 Jahren wiederum steht das Filmfestival Max Ophüls Preis für die Entdeckung junger Talente aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Und deutsch-französische Bühnenkunst könnt ihr im Rahmen des Festival Perspectives erleben. Auf dem Programm stehen Produktionen aus den Sparten zeitgenössisches Theater, Tanz und Neuer Zirkus.

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Burgen und Schlösser entdecken

Im Saarbrücker Schloss befinden sich die Ausstellungsräume des Historischen Museums Saar © Eike Dubois

Zu den interessantesten Prunkbauten des Saarlands gehört das Saarbrücker Schloss mit seinem gläsernen Mittelbau zwischen den grundsanierten barocken Flügeln. Dort gibt es die Dauerausstellung des Historischen Museums Saar zu sehen, das teilweise unterirdisch untergebracht ist. Außerdem liegt unter dem Schlossplatz auch der Zugang zur unterirdischen Festungsanlage. Der Schlossgarten wiederum eröffnet faszinierende Blicke über die Stadt.
Die rund 290 Meter hoch auf einem von der Saarschleife umflossenen Bergrücken gelegene Burg Montclair gehört dank gemütlichem Bistro und Biergarten, interaktivem Museum und einem grandiosen Ausblick von den Wehrtürmen zu den beliebtesten Ausflugszielen in der Region.
Umgeben von einem einladenden Park an den Ufern der Saar ist Schloss Saareck seit 1954 das Gästehaus der Villeroy & Boch AG und kann auch für Feiern gemietet werden.
Die im 14. Jahrhundert errichtete und ab 1964 teilweise wieder restaurierte Burg Neufelsberg wird im Volksmund auch Teufelsburg genannt. Lohnenswert sind das kleine Burgmuseum und der großartige Ausblick ins mittlere Saartal bis hin zum Schaumberg.
Gartenkunst auf höchsten Niveau präsentiert der Schlossgarten Dagstuhl. Unbedingt anschauen solltet ihr dort die mit Rosen und Clematis bewachsenen Pflanzobelisken im Zentrum der auf zwei Ebenen symmetrisch angeordneten und von Hecken gesäumten Staudenbeete.
Europas größte und von Menschenhand geschaffene Buntsandsteinhöhlen - die Schlossberghöhlen - findet ihr unterhalb der Ruinen der Hohenburg in Homburg. Der in Gelb- und Rottönen gefärbte Sandstein bildet hier geheimnisvolle Gänge und imposante Kuppelhallen.

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Saarländisches Welterbe erkunden

Völklinger Hütte zur Blauen Stunde
Die Völklinger Hütte zur blauen Stunde © Günther Bayerl

Eine der ungewöhnlichsten Weltkulturerbestätten der UNESCO ist die Völklinger Hütte, das weltweit einzige vollständig erhaltene Eisenwerk aus der Blütezeit der Industrialisierung. Der Kulturort mit seinen hochkarätigen Ausstellungen, Konzerten und Veranstaltungen ermöglicht faszinierende Einblicke in die einstige Arbeit und das Leben vieler tausend Menschen der Region. Zu den Highlights gehören, neben der imposanten Kulisse mit den gigantischen Hochöfen, das Experimentier- und Mitmach-ScienceCenter Ferrodrom® und der Landschaftsgarten „Das Paradies“.

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Französische Wurzeln in Saarlouis finden

Saarlouis ist bekannt für entspannte Lebensart mit einem „Hauch Frankreich“
Saarlouis ist bekannt für entspannte Lebensart mit einem „Hauch Frankreich“ © Oliver Raatz

Die einstige Festungsstadt, 1680 vom französischen König Louis XIV gegründet, versteht sich auch als „heimliche Hauptstadt“ des Saarlands. Saarlouis hat sich als Stadt der Feste und Feten einen Namen gemacht. Die Altstadt wird im Sommer zu einer einzigen langen Open-Air-Theke. Rings um den Großen Markt könnt ihr aber auch wunderbar durch viele Geschäfte bummeln. Sehenswert sind die historischen Kasematten und zahlreiche weitere Gebäude aus französischer und preußischer Zeit. Das umliegende Naherholungsgebiet Saaraltarm und Stadtgarten ist zudem ein ideales Ziel für entspannte Spaziergänge auf hübschen Wegen mit zahlreichen Brücken, Treppen und Rampen.

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Zeitgenössische Kunst erleben

Große Kunst – der Urban ArtWalk in Saarbrücken
Große Kunst – der Urban ArtWalk in Saarbrücken © HONKPHOTO/Holger Kiefer

Die Moderne Galerie des Saarlandmuseums in Saarbrücken zählt zu den führenden Museen in Südwestdeutschland. Zu den Schwerpunkten gehören die Malerei der Berliner Secession, der deutsche Expressionismus sowie die Kunst der École de Paris und des Informel. Die Moderne Galerie ist schon als Gebäude ein Kunstwerk: Markant tritt das Wort „Museum“ auf Fassade, Außenwänden und Vorplatz hervor. Der wegweisende Museumsbau wurde von dem St. Ingberter Architekten Hanns Schönecker entworfen und steht aufgrund seines hohen architekturgeschichtlichen Ranges unter Denkmalschutz. Mit ihrer 2017 eröffneten Erweiterung, realisiert von Kuehn Malvezzi / Michael Riedel kann die Moderne Galerie nicht nur ihre umfangreichen Sammlungen in viel größerem Maße zeigen, sondern öffnet sich auch stärker der zeitgenössischen Kunst.

2017 verwandelten 15 internationale Kunstschaffende zwölf Fassaden in der Saarbrücker City in große Kunstwerke – so wurde das Graffiti-Gesamtkunstwerk Urban ArtWalk geschaffen. Seitdem stoßt ihr in den Straßen von Saarbrücken immer wieder auf neue Häuserkunst. Geometrische Formen, knallbunte Flächen, überdimensionale Kunstwerke – mit dem Urban ArtWalk könnt ihr euch die Innenstadt von Saarbrücken mit ihren Altstadtvierteln, Gässchen und dem zentralen St. Johanner Markt wunderbar erlaufen und einen guten ersten Eindruck der Stadt gewinnen.

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Saarländischer Geschichte auf den Grund gehen

Rechteckiger Torbogen, Kreuz mit Querstrich, Dreieck oder der griechische Buchstabe Lambda? Je nach Standpunkt und Blickwinkel sieht das Saarpolygon anders aus © Alois Schuhn

Im Historischen Museum Saar könnt ihr euch über die wechselhafte Entwicklung der Grenzregion seit dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 bis zur Angliederung des Saarlands an die Bundesrepublik Deutschland 1957 informieren. Besonders für Familien mit Kindern ungeheuer spannend sind die unterirdisch gelegenen Teil der Saarbrücker Burg. Vierzehn Meter unter dem Saarbrücker Schlossplatz wurden unter der Erde verborgene mittelalterliche Wehranlagen, der Burggraben, eine Schießkammer, Kasematten und ein Verlies wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Aber auch unter freiem Himmel erinnern im Saarland überall historische Bauwerke, Themenpfade und kulinarische Besonderheiten an die an die Geschichte des Bergbaus, die Zeit der Römer und Kelten oder das Wirken barocker Fürsten. So steht das Saarpolygon für die Ära des saarländischen Steinkohlebergbaus, die Erlebnisroute BarockStraße verbindet die einstigen Wirkungsstätten ehemaliger Fürsten, Herzöge und Grafen und alte Obst-, Gemüse- und Getreidesorten werden zu regionalen Delikatessen verarbeitet.

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Schnäppchen aus dem Villeroy & Boch Outlet

Im Villeroy & Boch Outlet in Mettlach findet ihr eine große Auswahl an guten Angeboten © Manuela Meyer

Porzellan, Kristall, Besteck und schicke Accessoires – Mettlach hat sich, nicht zuletzt dank des Outlet-Centers vom weltbekannten Keramikhersteller Villeroy & Boch zu einem Geheimtipp für Shopping-Liebhaber entwickelt. Neben Villeroy & Boch findet ihr hier auch Produkte weiterer namhafter Hersteller wie Bassetti, Vivo, Zucchi oder WMF. Beste Voraussetzungen, um nach Herzenslust zu stöbern und das eine oder andere Schnäppchen zu machen. Tipp: Seltene und lohnende Einzelteile gibt es immer wieder in der „Fundgrube“ des Outlet-Centers.

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In die Zeit der Römer und Kelten reisen

Die Villa Borg und ihre Gärten gelten als herausragendes Zeugnis römischer Kultur
Die Villa Borg und ihre Gärten gelten als herausragendes Zeugnis römischer Kultur © Manuela Meyer

Sorgfältig rekonstruierte Villenanlagen und Tempel, alte Ruinen oder die Überreste keltischer Ringwälle – im Saarland stoßt ihr immer wieder auf Spuren des einstigen römischen und keltischen Lebens in der Region. Die Römische Villa Borg in der Moselgemeinde Perl ist der einzig vollständig rekonstruierte Herrschaftsbereich einer antiken Villenanlage weltweit. Zu den Highlights des Europäischen Kulturparks Bliesbruck-Reinheim gehört der rekonstruierte Grabhügel einer Keltenfürstin. Sehr sehenswert ist auch der aus über 3 Millionen Steinchen bestehenden Mosaikboden der Römischen Villa in Nennig. Im Römermuseum Schwarzenacker könnt ihr durch die Straßen einer wiederaufgebauten römischen Etappenstadt spazieren, während der Ringwall in Otzenhausen als das besterhaltene keltische Monument Deutschlands gilt.

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Die Landeshauptstadt Saarbrücken besuchen

Die
Die "Gute Stube" der Stadt – der St. Johanner Markt in Saarbrücken © Eike Dubois

Traditionslokale neben neuen coole Läden, in denen junge Gastronomen Kreationen aus regionalen Produkten servieren – auf dem St. Johanner Markt, der so etwas wie die "Gute Stube" Saarbrückens ist, könnt ihr bei Milchkaffee und Croissant einen schönen ersten Eindruck von der saarländischen Landeshauptstadt gewinnen. Entlang der Saar-Promenade, dem Szeneviertel Nauwieser Viertel und der belebten Mainzer Straße warten zahlreiche kleinen Boutiquen und schöne Geschäfte auf euch. Nicht entgehen lassen sollet ihr euch einen Besuch der Ludwigskirche. Das Wahrzeichen der Stadt zählt zu den bedeutendsten evangelischen barocken Kirchenbauten Deutschlands. Weitere lohnenswerte Ausflugsziele sind der Zoo Saarbrücken und das Saarbrücker Schloss.

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Das älteste Kloster Deutschlands besuchen

Kleines Land, große Kultur: Das Saarland lockt mit einer Vielfalt kultureller Stätten und Erlebnisse
Kleines Land, große Kultur: Das Saarland lockt mit einer Vielfalt kultureller Stätten und Erlebnisse © Josef Bonenberger

So alt ist kein anderes Kloster – die 634 n. Chr. erstmals urkundlich erwähnte Abtei Tholey ist die älteste in Deutschland. Auch heute noch leben hier zwölf Mönche im Alter von 25 bis 75 Jahren. Die Abteikirche zählt zu den frühesten gotischen Kirchen Deutschlands und gilt als die einzige in Europa, deren Fenster in diesem Jahrtausend komplett neu gestaltet wurden. 30 ihrer 34 Fenster wurden von der afghanischen Künstlerin Mahbuba Maqsoodi entworfen. Die drei Chorfenster – jeweils 9,30 auf 1,95 Metern groß – stammen von Gerhard Richter. Die je nach Tageszeit in den ansonsten eher schlicht gehaltenen Innenraum der Kirche fallenden Lichtreflexe bieten ein bemerkenswertes Schauspiel. Ansonsten verfügt die Kirche über hochwertige Arbeiten des Kirchengoldschmieds Fritz Schwerd aus dem Jahr 1963. Das hölzerne Chorgestühl im Hauptchor der Abteikirche stammt aus dem Jahr 1704. Mehrmals am Tag herrscht hier zudem eine ganz besondere Atmosphäre: Dann singen die Mönche während ihrer Gebetszeiten gregorianische Choräle (6.00, 7.15, 12.00 , 17.30 und 19.30 Uhr).

Titelbild: Saarbrücker Wahrzeichen im Barockstil – die Ludwigskirche © Carsten - stock.adobe.com

In Zusammenarbeit mit Tourismus Zentrale Saarland

Ein Drittel unseres kleinsten Bundeslands ist von duftenden Wäldern bedeckt, klar, dass hier Wanderer und andere Naturfreunde jubeln. Sicher auch beim Anblick der Saarschleife, mit der der Fluss bei Mettlach elegant einen U-Turn macht und Bestseller auf Instagram ist. Dass neben ganz viel Sonne und Kultur das Savoir Vivre eine Hauptrolle spielt, ist auch den Michelin-Testern aufgefallen – gleich über sieben Restaurants funkelt hier deren Sternehimmel. Unsere Tipps für deinen Urlaub im Saarland.

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